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Vierter Band
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Die klassischen Prosaisten.

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zusammen, ja seine scharf logische Geistesanlage trieb ihn weiterals diese Genossen. „Nicht im Anstoßnehmen an einzelnen posi-tiven Dogmen, sondern in der veränderten Stellung, welche dasreligiöse Subjekt den Forderungen der kirchlichen Autoritätgegenüber einnimmt, ist die Quelle der jansenistischen Bewegungzu suchen. Die religiösen Bedürfnisse des Jansenisten sind tiefer,sein Verlangen nach Heilsgewißheit ist stärker, als daß ihm dieäußern und allgemeinen Formen der kirchlichen Gemeinschaft ge-nügen könnten. Nicht Zweifel an der Autorität und Unfehlbarkeitder Kirche, sondern Zweifel an seinem individuellen Heilsbefitzdrängen ihn, eine besondere Versicherung desselben nicht neben,sondern innerhalb der durch ihre unbestrittene Autorität getra-genen kirchlichen Institutionen zu suchen. — Mag, wie dies that-sächlich im Jansenismus vorliegt, als gewisse Voraussetzunggelten, daß nur innerhalb der katholischen Kirche das wahreHeil zu finden sei, so ist es dennoch schon eine formelle Lossagungvon der ursprünglichen Gestalt kirchlicher Frömmigkeit, die alssolche sich an den vorhandenen und allgemeinen Formen völliggenügen läßt. Das religiöse Gewissen des einzelnen wird aufdiesem Standpunkt gleichsam erst wachgerüttelt, seiner beson-dern Bedürfnisse als Einzelgewissen bewußt, man will im Herzenerfahren, im innersten Gemütsleben eine wahrnehmbare Be-stätigung dessen finden, was man bisher nur mehr mit dem Ver-stand bejaht und geglaubt hat." (Dreydorff,, .Pascal, sein Lebenund seine Kampfe", Leipzig 1870, S. 31.) Unter diesen eigen-tümlichen Voraussetzungen ward Pascal, guter Katholik undtreuer Sohn der Kirche, wie er war und blieb, in die nächstenSchicksale von Port Rvyal und der Männergemeinfchaft, welcheim Verkehr mit Port Royal standen, so verflochten, daß voneiner Rückkehr zu seinen ursprünglichen wissenschaftlichen Be-strebungen, selbst wenn er eine solche gewollt, schwerlich dieRede hätte sein können. In den Jahren 1656 und 1657 schrieber zur Verteidigung der Jansenisten und zur Brandmarkungder gegnerischen Jesuiten seine berühmten „Provinzialbriefe",welche zwar die fchließliche äußere Niederlage der französischenJansenisten nicht verhindert haben, aber sich von mächtigemErfolg für den Augenblick und in eine weite Zukunft hinauserwiesen. Denn niemals seit dem Erscheinen der „Provinzial-briefe" hat die Gesellschaft Jesu ihre alte Autorität und ihrAnsehen innerhalb der katholischen Kirche zurückgewonnen. Die