Die Anfänge der französischen Oppositionslitteratur.
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die Tugend des Telemach und die Weisheit des Mentor mehran. Ein großer Teil der Wirkung dieses Epos in Prosa hatteeben aus dem Reiz des Persönlichen, Halbverhüllten, Halbdurch-sichtigen beruht und schwand, als man gegen die Beziehun-gen und Anspielungen der Erzählung und Charakteristik gleich-gültig ward. Dazu gesellte sich die Erkenntnis, daß der vonFenelon gemachte Versuch, die engen Schranken der klassischenForm zu erweitern, keineswegs als ein besonders glücklicher an-gesehen werden konnte. Allerdings fanden sich Parteigängerdieses Versuchs, Ästhetiker, welche die Meinung vertraten, daßmit dem Überbordwerfen des Verszwangs auch Freiheit derPhantasie und Beweglichkeit der Darstellung gewonnen seien,während die „Abenteuer des Telemach" umgekehrt erwiesen, daßdie Gebundenheit und teilweise Leblosigkeit der französischen klassi-schen Poesie nicht am korrekten Versbau, sondern tiefer liege.Die Wirkungen des „Telemach" riefen gleichwohl eine Reihevon Versuchen hervor, den Vers durch eine halbpoetisierendeProsa zu ersetzen, Versuche, die freilich kaum eine weitere Be-deutung hatten, als daß aus ihnen hervorging, wie sehr um dieWende des 17. und 18. Jahrhunderts alle vermeintlich für ewigbefestigte Autorität bereits wieder in Frage gestellt ward.
2) Lesage, Lcgrand und ihre Geistesverwandten.
Zu den wichtigsten Voraussetzungen des französischen Klassi-zismus gehörte die Ausschließlichkeit, mit welcher man nach einerVöllig nationalen, einzig von der Antike, wie man sie verstand,beeinflußten, im übrigen völlig aus den Bedingungen des fran-zösischen Lebens erwachsenden Litteratur begehrte. Die Schön-geister und Poeten der Periode des Hotel Rambouillet warenim stärksten Maß abhängig von der Dichtung Italiens und Spa-niens gewesen, die neue klassische Schule im schärfsten Gegen-satz zu ihnen auch in dieser Beziehung erwachsen. Boileau unddie ihm Gleichgesinnten hatten es selbst Möllere schwer verziehen,daß er noch immer Stoffe, Situationen und selbst Gestalten ausden fremden Litteraturen entlehnte. Die Ausschließlichkeit, dieAblehnung fremder Vorbilder und Einflüsse, war seitdem ge-