Band 
Vierter Band
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Die Anfänge der frnnzöstfchen Oppofltionslittcratur.

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möglich war, eine Handlung und Grundstimmung zu geben,welche mit dem konventionellen Würdebegriff in entschiedenemGegensatz stand. Die Erfolge Crebillons fielen, wenn man vonder spätern ziemlich künstlichen Wiederbelebung seines Ruhmsabsieht, in die letzte Regierungszeit des großen Königs, und jedeseinzelne Werk war im Grund genommen ein Angriff auf dieästhetische Stimmung und Anschauung, welche so lange ge-herrscht hatte. Der ausschließlich aristokratische Charakter derfranzösischen Poesie ward mit der Aufbietung des Furchtbarenfür den dramatischen Effekt im Grund schon in Frage gestellt.Daß man in vielen Kreisen kaum empfand, in welchem Verhält-nis zur Racinefchen Tragik die besondere Manier Crebillonsstehe (an andern Stellen hieß der Dichter freilich von vornherein„der Schreckliche"), verriet mehr als manches andre eine starkeWandlung der Geschmacksrichtung.

Prosper Jolyot de Crebillon war am 13. Januar1674 zu Dijon geboren, besuchte das College der Jesuiten inseiner Vaterstadt und setzte seine Studien am College Majariain Paris fort. Er widmete sich demnächst der Advokatur undtrat in ein Bureau ein. Aber er konnte in dem auf Wunschseines Vaters ergriffenen Beruf weder seine leidenschaftliche Vor-liebe für das Theater noch fein poetisch-träumerisches Naturellverleugnen. Sein Prokureur selbst redete ihm zu, sein Heil lie-ber bei der dramatischen Prosa als bei der Rechtswissenschaft zuversuchen und eine gewisse zaghafte Bescheidenheit, welche ihnvon jedem entscheidenden Schritt zurückhielt, zu überwinden.Am Ende ward imJahr 1705 Crebillons Tragödie,,Jdomeneus"mit großem Erfolg gegeben. Jetzt folgte für den Dichter einJahrzehnt lebendigen und in feinem Sinn glücklichen Schaffens,fast alle feine Hauptwerke wurden gedichtet und unter steigendemAnteil des Pariser Publikums aufgeführt. Aber eine erste käl-tere Aufnahme der Tragödie „Semiramis" im April 1717schreckte den Dichter bereits so, daß er fast neun Jahre kein neuesWerk schuf, und als auch der im Jahr 1726 aufgeführte „Pyr-rhus" nur mäßigen Erfolg hatte, zog Crebillon sich ganz vomTheater zurück und ergab sich einer hypochondrischen Einsamkeit,die durch pekuniäre Bedrängnisse noch verbittert ward. Rau-chend und von seinen Hunden und Katzen umgeben, deren Ge-sellschaft ihm angenehmer war als die der Menschen, hielt sichder poetische Timon in unzugänglichen Zufluchtsstätten aus.