Die Anfänge der französischen Oxpofitionslittcratur.
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seit dem Ende des 17. Jahrhunderts rasch angewachsen, fandauch in Frankreich Zugang und nährte die Unzufriedenheit undleidenschaftliche Verbitterung, welche sich beim Tode des Königsin unwürdigen Szenen Luft machten und zu denkwürdigen Kon-sequenzen führten. Daß daneben diese protestantische Flüchtlings-litteratur auf die Denkweise und geistige Entwickelung andrerVölker großen, ja stellenweise entscheidenden Einfluß gewann,wird später noch zu erörtern sein. In der Gruppe der aus Frank-reich Verbannten Schriftsteller, welche zum guten Teil früher inWirksamkeit trat als die eben charakterisierten Talente, fandensich wunderbare Verschiedenheiten, ja Gegensätze der Naturen,Grundsätze und Lebensschicksale beisammen. Nur in einem ent-scheidenden Punkt: in der Kühnheit, mit der sie die Autoritüts-überhebung und Selbstvergötterung Ludwigs XIV. und dieletzten Zwecke seines Selbstherrschertums bestritten, erscheinensie von gleichem Geist belebt. Auch die Formen dieser Flücht-lingslitteratur waren verschieden — im allgemeinen überwogdie Prosa des Versuchs, der Abhandlung und Flugschrift, desBriefs und der Memoiren die poetischen Formen. Allein auchdie Prosa dieser Flüchtlinge, selbst wo sie ein litterarisches Ver-dienst im engern Sinne nicht in Anspruch nehmen konnte, er-langte eine eigentümliche Bedeutung. Von ihr gilt, was Herder(„Adrastea", I)mit feinem Blick hervorgehoben: „Die Flüchtigenaus Frankreich brachten Gewerbe, Künste und Kunstfleiß inandre Länder; das Bücherschreiben gehörte mit darunter, dennan Sprechen und Schreiben waren sie gewöhnt. Da es aber inden mittägigen Provinzen Frankreichs nicht sowohl auf eigent-liche Wissenschaft als auf Rednerei und Polemik abgesehen ge-wesen war, was Wunder, daß in allen Ländern, wo es franzö-sische Kolonien gab, Predigten und polemische Bücher, insonder-heit Zeitschriften, Bibliotheken, erschienen? Größtenteils warensie Nahrungszweige dieser ausgewanderten Urteiler. Bahle warder Gründer dieser neuen Republik urteilender französischerBibliothekare in Holland, Deutschland, England. Die Republikreichte weiter, als Ludwigs Waffen je reichten. So ward dieKritik, das Höchste und Schwerste der Wissenschaft und Industrie,ein leichtes französischesGewerbe, aus Leserei und Korrespondenzerwachsen, meistens in eine flüchtige Gesprächigkeit über Bücherund Begebenheiten sich verlierend. Denn daß jeder Artikel die-ser Jndustriebibliotheken eine Definitiv-Sentenz, ein Höchstes