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HmidcrtundachteS Kapitel.
und Feinstes der Theorie in jeder Kunst und Wissenschaft ent-halte, wer wollte dies von jedem Bücherkolporteur erwarten?Indessen war auch diese Handlangerei nicht ohne gute Wirkung.In cinerlebendigen Sprache wurden die Schriftenmehrerer Ländereinander bekannt, da sonst jedes Land oft nur für sich alleingedacht hatte und lateinische Anzeigen nicht von jedermann ge-lesen wurden, dem doch die ausländische Schrift diente. Überbeinwar der Ton der Bibliotheken selten anmaßend, statt eigner Ur-teile gab man lieber verständlich treue Auszüge aus den ver-schiedenen Schriften. — Endlich standen mehreren dieser Zeit-schriften Männer von Wert vor, denen Männer von Wert bei-standen." Die allgemeine Wirkung der litterarischen Thätigkeitder hugenottischen Flüchtlinge ging natürlich von zahlreicheneinander ähnlichen Autoren des Tags mit aus, deren Namensich in der Litteraturgeschichte nicht erhalten haben. Indes fehltes auch an charakteristischen und durch ihre Individualität fes-selnden Gestalten in den Kreisen der von Ludwig XIV. Ver-bannten und Vertriebenen nicht.
Abseits von den Protestanten stand unter den FlüchtlingenCharles de Saint-Denis, Seigneur de Saint-Evre-mond. Geboren am 1. April 1613 zu St. Denis du Guast inder Normandie, Sprößling eines alten Geschlechts, hatte er sichin jüngern Jahren als Soldat ausgezeichnet, war aber wegenseiner Opposition gegen Mazarin und einer Satire auf denPyrenäischen Frieden in die Bastille geworfen worden. DieseErfahrung und eine scharfsinnige Voraussicht, wohin schließlichdie Grundneigungen Ludwigs XIV. führen würden, ließen ihnden sichern Aufenthalt außerhalb Frankreichs vorziehen. Erging nach London, wo er am Hof König Karls II. als einglänzender Vertreter der französischen Weltbildnng und Sittewillkommen war. Späterhin in Holland und zuletzt (da er sichbei gelegentlicher Rückkehr nach Frankreich überzeugt hatte, daßder Boden dort für Naturen seiner Art zu heiß bleibe) wiederin England lebend, starb er am 29. September 1703 zu Lon-don. Die litterarische Thätigkeit des geistreichen Evremondwar teils eine produktive, teils eine kritische; am glücklichstenzeigten sich sein Esprit, seine Weltbildung, sein freies und scharfesUrteil, seine entschiedene Opposition gegen den Absolutismusin Staat und Litteratur in halb darstellenden, halb kritischenkleinen Schriften, unter denen das „Gespräch des Marschalls