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Hundertimdneuiltes Kapitel.
Wiedergeburt und dem Stunde der Gnude winselnd Kirche undStaat in Verwirrung gesetzt, und ihre Glieder trachten im In-nersten doch nach nichts anderm, als die Güter dieser Welt inihren Besitz zu bringen. Die chnische Begehrlichkeit undPoltron-nerie des Sir Hudibras werden von der Schlauheit und Frech-heit seines independentischen Knappen übertroffen. Die Szenen,wo der Ritter den Diener bewegen will, sich für ihn auspeitschenzu lassen, und Ralf sich weigert, und jene andern, wo beide beider wohlhabenden Witwe als Freier auftreten, oder die tapfereFlucht des puritanischen Konventikels im achten, der Liebesbriefdes Helden an seine Dame und ihre Antwort im neunten Ge-sang sind von unwiderstehlich komischer Wirkung. Freilich fehltdein „Hudibras" jener echte Humor, der Versöhnung wirkt; dieSatire ist giftig und ingrimmig, und die Lust des Verfassers anunflätigen und witzlos brutalen Szenen verrät jedenfalls einegewisse Plumpheit des Geistes.
Wie der scheinheilige Puritaner im komischen Epos die Ziel-scheibe eines Witzes war, den er in den Tagen seiner Macht frei-lich herausgefordert hatte, so diente er auch den Dramatikernder Restaurationsepoche zur immer wirksamen komischen Figur.Die Lustspieldichter stehen durchaus im Vordergrund der da-maligen Litteratur, das frivole und modische Publikum las wenigund mochte im Theater kaum etwas andres sehen als Lustspielemit possenhaftem Zug und prunkvolle Ausstattungsstücke. DieMehrzahl der auftretenden Poeten versuchte sich demgemäß imLustspiel. Bei der herrschenden Anschauung konnten die Dra-matiker so ziemlich alles wagen, die äußersten Situationen undCharaktere der ältern italienischen, französischen wie der älternenglischen Komödie in der Maske und dem Kostüm ihrer eig-nen Zeit wieder einführen. Das bunte, lustige und völligsittenlose Treiben am Hose von Whitehall bot den Lustspieldich-tern reiche Nahrung und nährte sich wiederum an den Darstel-lungen des Theaters. Sicher spielte bei der völligen Entartungder englischen Sittenkomödie dieses Zeitraums auch die abstrakteAuffassung vom Wesen und Zweck der Komödie mit, wonachdieselbe unter allen Umständen, gleichviel mit welchen Mitteln,komische Wirkungen zu erzielen hatte. Aber ebenso gewiß ist,daß die Lustspieldichter sich wohl bewußt waren, welchen beson-dern Reiz die Wiedergabe, ja die Übersteigerung der modischenUnsitte gewähre, und darauf ausgingen, den besondern Neigungen