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Vierter Band
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HlMderlmidncuntcS Kapitel.

daß die Besucher selbst auf ihr altes Recht eiuer gewissen Üppig-keit im Lustspiel nicht verzichten wollten. „Ein großer Teil derenglischen Zuschauer besteht auf der gewohnten Ausschweifungder Dichter mit derselben Zähigkeit wie auf seiner bürgerlichenFreiheit. Ein Lustspiel ohne modische Wüstlinge, ohne Tölpel,Hahnreis und Koketten scheint ihm ebenso dürftig und unge-nügend wie ein Sonntagsessen ohne Rindfleisch und ohne Pud-ding ; denn — so gestand mir eiuer von jenen Leuten — so frommund züchtig auch jemand zu Haus ist, so will er doch außerdem Haus etwas Kitzelndes und Lüsternes sehen." Mindestenserweist diese Darlegung, der nicht widersprochen ward, daß zwi-schen den Poeten und dem Parterre des Theaters eine beson-dere Wechselwirkung stattfand, welche die cynische Lebeusschil-derung förderte.

Es wäre müßig, der ganzen Zahl der Dichter zu gedenken, diemehr oder weniger der charakterisierten Gruppe angehörten, undihre Werke aufzuzählen. Wir finden unter den ältern EdwardRa-Venscroftmit„Mamamouchi oder derBürger alsEdel-mann" („Tbö oitiren turnoä Aeritlsnmu", 1672), „Die Lon-doner Hahnreis" („Bde Tonäoir enolcoiäs", 1682), „DerAnatomiker oder der falsche Arzt" („lös Lnutomist ortbo 8ÜLIN llootor", 1697); unter den jüngern George Gran-ville Lord Landsdown (1667 — 1735) mit dem Lustspiel„Tim süs ZgllLuts", beide auch durch Verballhornungen Shake-spearescher Werke, die sie der Bühne ihrerseits anzupassen such-ten, übel berufen. Auch Susanne Centlivre (1680—1722),die in einzelnen ihrer Stücke (z. B. in „Tbs busx-boäx" *)gute Situationskomik bewährte, und zahlreiche andre halfenden allgemeinen Eindruck verstärken, welchen dieser Teil der eng-lischen Litteratur hinterläßt. Von besonderer Wichtigkeit istdabei nun das.Verhältnis zur gleichzeitigen oder unmittelbarvorausgegangenen französischen Lustspieldichtung. Kein einzigerdieser englischen Dichter leistet auf die seit den Tagen Ben Jon-sons gewohnte Schilderung speziell englischer Sitten Verzicht,beinahe jeder bewahrt einen gewissen Zusammenhang mit demihn umgebenden Leben; aber auch keiner erscheint völlig unab-hängig von den Franzosen und vermag das altenglische Lustspiel

' Für die deutschen Bühnen als „Er mengt sich in alles" bearbeitetund vielgespielt.