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Vierter Band
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Hunbcrtunbzehntes Kapitel.

Die französische Schule in der englischen Dichtung.

Der hauptsächlichste und in seiner Weise interessanteste Re-präsentant der unbedingten Nachahmung des französischen Stilsward in der englischen Litteratur Alexander Pope. Währendbis zu ihm versucht worden war, einen Teil der Phantasiefülle,des bewegtem Lebens und keckern Witzes der ältern englischenDichtung mit den von Frankreich her geltend gemachtenKunstfor-derungen irgendwie zu verschmelzen oder wenigstens zu verbin-den, erachtete Pope es als den einzigen Weg zum Heil, wenndie englische Poesie sich streng den französischen Mustern an-schlösse, die ihm identisch mit den Mustern der Alten schienen.Im „Versuch über die Kritik" betont er ausdrücklich, daß sichzwar die Künste von Italien aus über die nördliche Welt ver-breitet hätten, „aber die kritische Wissenschaft blühte vorzüglichin Frankreich; Boileau herrschte, wie einst Horaz geherrschthatte. Wir Briten verachteten fremde Gesetze und blieben un-gesittet; eigensinnig für die Freiheit des Witzes, boten wir nochwie einst in der Urzeit der Römern Trotz. Nur einzelne wagtensich der gerechten Sache der Alten anzunehmen und die Grund-gesetze des Witzes wiederherzustellen." Pope hätte sich berühmenkönnen, daß er der einzige gewesen sei, welcher die unbedingteGeltung Boileaus und des französischen Klassizismus verfochtenund mit seiner eignen poetischen Produktion ein neues „gebil-detes" Zeitalter der englischen Dichtung eröffnet habe.

Alexander Pope war am 22. Mai 1688 zu London geboren,gehörte einer streng katholischen Familie an und hatte in seinerJugend unter der Ungunst zu leiden, mit welcher nach der Ver-treibung König Jakobs H. alle Katholiken in England betrachtetwurden. Er mußte, nachdem er kurze Zeit das katholische Se-minar zu Twyford bei Winchester besucht, seine Bildung größten-