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HmidcrtmldzehntsS Kapitel.
rischen Gedicht „DieDunciade" heim, welches gleich dem „Locken-raub" das Vorbild einer großen Reihe stoffverwandter Gedichteward. Die satirische, boshafte Ader entwickelte sich mit denwachsenden Jahren stärker bei dem Poeten, und die persönlichenBitterkeiten seiner „Horaz-Nachahmungen" erregten selbst beieifrigen Bewunderern und persönlichen Freunden Anstoß. In-zwischen fuhr Pope lange Jahre fort, sich des früh gewonnenenRuhms und seiner begünstigten Stellung zu erfreuen. Währendder zweiten Hälfte feines Lebens war die Lage der von Patro-nen und Buchhändlern abhängigen Schriftsteller eine so elendegeworden, wie sie Popes „Dunciade" darstellt. Um so mehr fielsein vom Glück getragenes Talent in die Augen. Pope starb am30. Mai 1744 auf seinem Landgut bei Twickenham, sein An-spruch, der erste aller englischen Dichter zu sein, wurde um dieZeit seines Todes von wenigen bestritten. Solange die Be-wunderung des französischen Klassizismus in Blüte stand, wuchsauch die Geltung der Popeschen Dichtungen; mit der Rückkehrzur Natur am Ende des 18. Jahrhunderts minderte sie sich be-trächtlich, so daß die Bewunderung, welche in unserm eignenJahrhundert Lord Byron für den Dichter des „Lockenraubs"zur Schau trug, beinahe wie eine Grille erschien, obschon dieSchätzung keineswegs alles Grundes entbehrte.
Popes „Werke"*(„1'Voi-L8"; ersteSammlung herausgegebenvon Warburton, London 1751; neueste Ausgabe von Elwin,ebendas. 1871) umfassen außer seinen Dichtungen und poetischenÜbersetzungen auch seine „Briefe", von denen er selbst eineSammlung schon bei Lebzeiten (1737) herausgegeben hatte.Die Bedeutung, welche den Briefen beigemessen ward, charakte-risiert vollständig die Verwandtschaft Popes mit den Grundan-schauungen der französischen Litteratur, nach welchen dem geselli-gen Verkehr ein starker Anteil an der geistigen Entwickelungzukam. Popes poetisches Talent zeigt eine auffallende Ver-wandtschaft mit dem Talent Boileaus. Es ist dasselbe Über-wiegen scharfer Verständigkeit, dieselbe Aufnahmefähigkeit füräußere Eindrücke, derselbe Mangel an unmittelbarem Gefühl,an individueller Wärme und Stimmung, die uns in allen Pope-schen Dichtungen wie in den Satiren und Episteln Boileaus
' Deutsche Übertragungen der poetischen Werke Popes von Joh. Jak.Dusch (Altona 1758—63), von Theodor Ölckers und Adolf Böttqcr(Leipzig 1842).