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Vierter Band
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Die französische Schule in der deutschen Dichtung.

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Grundgedanken ausging, daß die Betrachtung der Schöpfungmit ihrem sich beständig erneuernden Vergnügen zum Schöpferall dieser Herrlichkeiten und Spender all dieser Genüsse hin-überleiten müsse. In den steifsten Formen der Gelehrtenpoesiedes 17. Jahrhunderts barg sich bei Brockes viel unbefangene,wirkliche Anschauung und selbst echte Stimmung, die er freilichdurch seine breite Redseligkeit wiederum abschwächte. Rührendund zuzeiten auch ergötzlich wirkt die Sicherheit feiner optimi-stischen Weltbetrachtung, welche die Widersprüche, in die siesich verwickelt, nicht einmal ahnt. Die Beschreibungen im „Ir-dischen Vergnügen in Gott" waren zum großen Teil von hol-ländischer Sauberkeit und Feinheit, und immerhin mußte esals ein Gewinn erachtet werden, daß die deutschen Dichter wie-derum sehen und sich der bloßen Nachbildung überlieferter poe-tischer Defkription entwöhnen durften.

In einem ganz besondern Verhältnis zu den poetischen Be-strebungen und den scharf gegensätzlichen litterarischen Theoriendieser Übergangszeit, welche hier den höchsten Schwülst unddort die äußerste Nüchternheit priesen und forderten, stand derSchlesier Johann Christian Günther, der größte deutscheDichter, der zwischen Gerhardt und Klopstock aufgetreten ist.Geboren am 8. April 1695 zu Striegau, besuchte er das Gym-nasium zu Schweidnitz, studierte zunächst in Wittenberg Medi-zin, geriet auf der Universität in die letzten Untiefen des wüstenStudententreibens jener Zeit, zerfiel wegen seines unordent-lichen Lebenswandels mit seinem Vater, ward durch seine poe-tischen Neigungen, durch eine unglückliche Liebe, welche wesent-lich schuld daran getragen zu haben scheint, daß er im TrunkVergesfenheit seines innern und bald auch seines äußern Elendssuchte, seiner Fach- oder „Brot"-Wissenschaft, wie es damalshieß, entfremdet, versuchte umsonst einenZipfel des Gewands derFortuna zu erhäschen. Bei der Preisbewerbung um ein feiern-des Gedicht auf den Prinzen Eugen trug der flach rhetorischeVal. Pietsch in Königsberg über Günthers feurig schwungvolleLeistung den Sieg davon, bei der Bewerbung um die Stelledes Zeremonienmeisters und Hofpoeten am kurfächsischen Hofward ihm König vorgezogen. Günther selbst verkam im Elendeines wandernden Studentenlebens und starb, 28 Jahre alt,am 15. März 1723 in Jena, wo er die letzte Zuflucht gesucht.Sein trostloses Schicksal mußte auf lange Zeit hinaus zum