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Vierter Band
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Die französische Schule in der deutschen Dichtung.

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rühmte „Leichtigkeit, alle Zustände durch das Gefühl zu er-höhen und mit passenden Gesinnungen, Bildern, historischenund fabelhaften Überlieferungen zu schmücken". Sein großesGedicht „Aus den Frieden von Passarowitz" (1718) war diegrößte Leistung jener Gattung des Gelegenheitsgedichts, welcheseit Opitz in Ansehen gestanden hatte. Günther selbst eröffnetedie neue Periode der Dichtung, in welcher der Anlaß zum Ge-dicht von innen und nicht von außen her erwartet wurde.

Eine poetische Natur, die völlig abseits von den Dichterschu-len der Zeit zu einer eigentümlichen und wertvollen Schöpfungreifte, war der Verfasser des berühmtesten deutschen Romansim ersten Drittel des 18. Jahrhunderts, der „Insel Felsenburg",deren erster, 1733 erschienener Teil zugleich auch der wertvollstewar. Johann Gottfried Schnabel, dessen Lebensumständenur zum Teil aufgehellt sind, ward jedenfalls zu Ausgangdes 17. Jahrhunderts geboren, machte Reisen und Feldzügemit, ward 1731 gräflich Stolbergscher Hofagent zu Stolbergam Harz und gab hier von 1731—38 eine Zeitung: „Stol-bergische Sammlung neuer und merkwürdiger Weltgeschichte",heraus, scheint aber späterhin und jedenfalls bald nach derMitte des Jahrhunderts der litterarischen Thätigkeit entsagtzu haben und verschollen zu sein. Sein Hauptwerk: „Wun-derliche Fata einiger Seefahrer, vornehmlich AlbertiJulii, eines geborneu Sachsen, und seiner aus derInsel Felsenburg zustandegebrachtenKolonien" (ersterDruck, Nordhausen 1733 — 43; neueste Ausgabe von Lud-wig Tieck, Breslau 1827), erschien unter dem Pseudonym Gi-sander und erfreute sich eines geradezu ungeheuern Erfolgs.Unter den zahlreichen Nachahmungen, welche Defoes „Robin-son" in Deutschland hervorrief, war Schnabels „Insel Felsen-burg" die bedeutendste, ein Buch von eigentümlicher Phantasieund einem entschiedenen Gehalt. Die Bedeutung des Romansberuht darauf, daß sein Verfasser das tief Unbefriedigende, Be-drohliche und Unwahre der realen Zustände, von denen er sichumgeben sah, mit vollem Bewußtsein und mitten in einer Zeit,die nur rhetorisch schönfärbende Darstellungen des Lebens kannte,klar empfand und mit einer gewissen Energie darstellte, unddaß er anderseits mit einer naiven Treuherzigkeit und einer fastkindlichen Hingabe an seine bescheidene Erfindung ein irdischesParadies für möglich hielt und in seiner Weise ausmalte. Der