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Vierter Band
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Huii-ertundelftes Kapitel.

Roman „Die Insel Felsenburg" gehört zu den wenigen deut-schen Erzählungen aus dieser Übergangszeit, die schon ein StückLeben und einen Drang nach wirklicher Lebensdarstellung in sichschlössen. Übrigens trug „Die Insel Felfenburg" in rohen Ge-schmacklosigkeiten das Gepräge ihrer Tage und bestätigt bei allemin ihr zu Tage tretenden Talent, daß der deutschen Litteraturder lange und mühselige Weg durch die korrekte Nüchternheitund den reinen Formalismus schwerlich hätte erspart werdenkönnen, ein Weg übrigens, den die maßgebenden Geister bereitseingeschlagen hatten.

2) Gottsched und seine Schule.

Der eigentliche Gründer einer bewußt und ohne jeden Rück-halt die Franzosen nachahmenden Schule in Deutschland wardJohann Christoph Gottsched aus Judithenkirchen bei Kö-nigsberg, der vielberufene Geschmacksdiktator im erstenDrittel des18. Jahrhunderts. Geboren am 2. Februar 1700, bezog er früh dieUniversität Königsberg,studierte Theologie, widmete sich aberdannder Philosophie und Litteratur und flüchtete 1724 nach Leipzig,da er in Gefahr stand, wegen feiner stattlichen Leibesgestalt fürdie Riesengarde König Friedrich Wilhelms I- gepreßt zu werden.In Leipzig war er zuerst Privatlehrer im Haus des ProfessorsI. L. Mencke, habilitierte sich 1725 an der Universität undwandelte, zum Senior der „Görlitzer Gesellschaft" erwählt, die-selbe in eine „Deutsche Gesellschaft" zur Pflege der Prosa undBeredsamkeit um. Gleichzeitig begann er die Herausgabe derersten seiner Zeitschriften: „Die vernünftigen Tadlerinnen", undentfaltete eine litterarische Rührigkeit, welche durch die eigen-tümlichen Verhältnisse Leipzigs, durch einen Buchhandel unter-stützt wurde, der damals zuerst begriff, welcher Vorteil ihm ausder Arbeit einer ganzen Anzahl vonUberfeßern, Kompilatoren undangehenden Poeten erwachsen könne, welche Gottsched alsbald umden Mittelpunkt der Deutschen Gesellschaft zu sammeln begann.1730 ward er zum außerordentlichen Professor der Poesie, 1734bereits zum ordentlichen Professor der Logik und Metaphysikernannt. 1735 verheiratete er sich mit der talentvollen und gutgebildeten Luise Adelgunde Viktoria Kulmus aus Danzig, welchenamentlich mit der englischen Sprache und der englischen Lit-