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Vierter Band
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Die frauMiche Schule in der deutschen Dichtung.

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Luise Adelgunde Viktoria Gottsched, geboren am 11.April 1713 zu Danzig, gestorben am 26. Juni 1762 zu Leipzig,obenan. Ihre Übersetzungen aus dem Englischen, ihre Bearbei-tungen französischer Flug- und Streitschriften, ihre kleinen Vor-und Nachspiele, ihr Lustspiel „Die Pietisterei im Fifch-beinrock oder die doktormäßige Frau" (Leipzig sjRostockj1736) erweisen mindestens die geistige Regsamkeit der FrauProfessorin. — Gottscheds rechte Hand war nächst seiner Gemah-lin Johann Joachim Schwabe, geboren am 29. September1714 zu Magdeburg, gestorben als Professor und Bibliothekarzu Leipzig am 12. August 1784. In seiner Leitung der Zeitschrift„Belustigungen des Verstandes und Witzes", in seinen gegen dieSchweizer gerichteten Streitschriften von plumper Grobheit undin seinen eignen poetischen Versuchen erwies er sich als eineuntergeordnete und triviale Natur, respektabel nur in seinerTreue gegen Gottsched. — Der Dichter, welchen der LeipzigerGeschmacksdiktator und seine Anhängerschaft der gesamten jungenPoesie gegenüberstellten, war der Freiherr Christoph Ottovon Schönaich, geboren am 12. Juni 1725 zu Amtitz in derNiederlausitz, wo er auch am 15. November 1805 starb. Alssächsischer Leutnant schrieb Schönaich das Heldengedicht „Her-mann oder das befreite Deutschland" (Leipzig 1751),eine prosaisch steife, phantasielose Reimerei nach den besten Re-geln. Ein zweiter Versuch, den Deutschen das große heroischeGedicht zu geben, ward in„Heinrich dem Vogler oder diegedämpften Hunnen" (Berlin 1757) unternommen. Schön-aichs Tragödien „Versuche in der tragischen Dichtkunst"(Breslau 1754) waren natürlich nur rhetorische Stilübungen,welche, wie die des Meisters, den ungeheuern Abstand zwischen derverhältnismäßig freien Bewegung und Würde der französischenVorbilder und dem steifen Ungeschick, der Plattheit der deutschenNachahmungen vergegenwärtigen. Die polemisch-ästhetischenArbeiten Schönaich» sind nicht völlig ohne Witz; das gegenLessing und Halter gerichtete Heldengedicht „Gnissel" (Sorau1755),„vor allem aber das „Neologische Wörterbuch" („Dieganze Ästhetik in einer Nuß", o. O. 1754), welches sich als eineAnweisung darstellt, „in vierundzwanzig Stunden ein geistvollerDichter und Redner zu werden und sich über alle schalen undsinnlosen Reimer zu schwingen. Alles aus den Accenten der hei-ligen Männer und Barden der jetzigen überreichlich begeisterten