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Vierter Band
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England nach der Revolution.

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reichs steht, durchaus national und als die erste litterarischeEntwickelung, durch welche die nur eben begründete Alleinherr-schaft des französischen Klassizismus wiederum gebrochen ward.

Außerordentlich mächtig wirkte die mit der Vertreibung derStuarts verbundene Umgestaltung der öffentlichen Dinge ausdas wissenschaftliche Leben und die aus demselben resultieren-den Grundanschauungen der gebildeten Stünde Englands.Hatte schon Newton mit steinen großen naturwissenschaftlichenEntdeckungen und trotz seines eignen festen kirchlichen Glau-bens eine gewaltige Erschütterung bewirkt, so brachte JohnLocke eine weitere Umwälzung überlieferter Anschauungen her-vor. Auf der Grundlage von Bacons empirischer Philosophieschuf er ein neues philosophisches Lehrshstem, welches sich überalle Gebiete des menschlichen Daseins erstreckte und durch dieäußerste Schärfe der Beweisführung die Zeitgenossen mäch-tig beeinflußte. Sein Hauptwerk, der „Versuch über den mensch-lichen Verstand", ward der Ausgangspunkt völlig neuer An-schauungen. Indem Locke den Baconschen Satz: daß es keineangebornen Ideen gebe und der menschliche Geist ursprünglicheiner unbeschriebenen Tafel gleiche, konsequent weiterbildete,gelaugte er zu jenem psychologischen Empirismus, nach welchemalles Wissen lediglich erst wieder durch die unniittelbare sinn-liche Wahrnehmung (Sensation) oder durch die innere Wahr-nehmung, die Selbstbeobachtung (Reflexion), nach welchemdaher auch sichere Erkenntnis nur auf dem Boden der natür-lichen Erfahrung gewonnen wird. In einer wettern Reihe vonSchriften über Kirche und Religion, Staatsverfassung und Er-ziehung suchte der Philosoph die gesamten Ideen seiner Zeit zuklären. Seine Schriften können als „gedankenmäßige Zusam-menfassung der gesamten Zeitbestrebungen" angesehen werden.Im Gegensatz zur scholastischen Lehrmethode, die noch immerdurch Sprachstudium und Gedächtnisübung zu wirken trachtete,empfahl Locke praktische Geistesentwickelung auf Grund vonNaturbeobachtung und Verstandserkenntnis. Seine in der be-rühmten Abhandlung „Über die Regierung "niedergelegte Staats-lehre wandte sich entschieden gegen die seitherige Auffassung VvmStaat und bekämpfte namentlich die Anschauung von der gött-lichen Einsetzung der Regierung. Diese beruht vielmehr, inÜbereinstimmung mit den Grundtendenzen der Ümwälzung von1688, in einem freien Willensakt der Staatsbürger und kann nur

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