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Hlurdertundvierzehnles Kapitel.
der Armut, dem Borurteil, dem Hochmut vergiftete und ver-bitterte sich sein Wesen dergestalt, daß alles, was er beobachtete,dachte und schrieb, zur schneidenden Satire ward. Swift hatteeben wohl oder übel seine theologischen Studien beendet und denGrad eines Bakkalaureus der Theologie erhalten, als die Revo-lution von 1688 ausbrach und über Irland zunächst alle Greueleines Bürgerkriegs und Rassenkampfs verhängte. Seine Mut-ter, die damals in Leicester wohnte, besaß noch einiges Vertrauenzu der aristokratischen Vetterschaft und versah ihn mit einemEmpfehlungsschreiben an Sir William Temple. Der Staats-mann lebte seit Jahren in ländlicher Zurückgezogenheit, teils inSheen bei London, teils auf dem Gut Moor Park in Surreh, ver-gnügte sich mit Gartenbau, mit Studien und litterarischen Ar-beiten und vermied in den Wirren der ersten RegierungsjahreKönig Wilhelms ängstlich, den früh erworbenen staatsmänni-schen Ruf und Ruhm aufs Spiel zu setzen. Er hatte stets nochzahlreiche Verbindungen, ward stets noch um Rat gefragt; seineGattin und nachmals seine Schwägerin Lady Gisfard, die imHaus lebte, unterhielten einen Briefwechsel mit der KöniginMaria; er selbst korrespondierte mit König Wilhelm. Der Eintrittin sein Haus sollte für Swifts Leben und Lebensrichtung vonentscheidender Bedeutung werden. Sir William Temple nahmden dürftigen jungen Theologen zwar keineswegs vetterlich auf.Sei es, daß ihn die Not desselben bestimmte, sei es, daß seinscharfes Auge die Brauchbarkeit Swifts wahrnahm: er enga-gierte seinen „Vetter" als Schreiber und litterarischen Ama-nuensis, welcher den bescheidenen Gehalt von 20 Pfund jähr-lich empfing, an der Tafel der höhern Dienerschaft speisteund in seiner Zwischenstellung, welche ihn mit Sir William innähere Berührung brachte als den Haushofmeister oder Kam-merdiener, allen Launen des verwöhnten, reizbaren und kränk-lichen Diplomaten ausgesetzt war. Der stolze junge Kandidatmußte sich bequemen, die Sprache der tiefsten Unterwürfigkeitzu reden, seinen „Herrn" in mittelmäßigen Versen zu feiern, be-glückt zu scheinen, wenn er eine Einladung zum Kartenspiel odersonst einer Unterhaltung Temples erhielt. Wie peinlich unddrückend ihm diese Lage erschien, bekannte er in spätern Jahrenoft, und auf der Höhe feines Lebens, zu einer Zeit, wo er alsKlubbruder der ersten Minister und Peers in befriedigtem Stolzschwelgte, überkam ihn mit grollender Scham die Erinnerung