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Vierter Band
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Jonathan Swift und die englische Satire.

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an diese Tage. Dennoch war der Aufenthalt bei Temple vor-teilhaft für ihn. Zuerst gab er ihm Gelegenheit, seine in Dublinlückenhaft gebliebenen Studien zu vervollständigen und bereitsim Juli 1692 den Magistergrad zu erwerben. Sodann bliebenTemples litterarische Versuche und Übungen, vor allem die Rein-heit und Kraft seines Stils nicht ohne Einfluß aus Swiftseigne litterarische Anfänge. Und endlich lernte der junge Swiftim Haus des Staatsmanns seine eigensten Fähigkeiten, seineneignen innersten Zug zur Politik, die Stärke seines Talents fürdieselbe erkennen. Er ward sich schon jetzt bewußt, daß er einegeheime innere Lust am Erwerb und Genuß der Macht verspüre,daß sein Blick scharf, seine Menschenverachtung groß genug sei,um auf den schlüpfrigen Wegen der Parteipolitik zu einem hohenZiel zu gelangen. Zum erstenmal vielleicht empfand er dasvöllig Unpassende der getroffenen Standeswahl. Ein Geistlicherder englischen Kirche konnte nur dann thätiger Politiker sein,wenn er zu den höchsten Kirchenwürden, zu einem Bischofsitzgelangte. Aber es war oder schien ihm zu spät, einen andernWeg einzuschlagen, und Swifts energischem Geist mochte sichtrotz aller Niedrigkeit seiner damaligen Lage die Möglichkeitdarstellen, bis dahin durchzudringen, wo er seinen eigensten Nei-gungen zu folgen vermöge.

Bevor jedoch solche stolze Hoffnungen in ihm erwachen konn-ten, trat in dem Verhältnis zu Temple selbst eine Katastropheein. Swift meinte die drückende Abhängigkeit von seinem vor-nehmen und kaltsinnigen Gönner nicht länger ertragen zu kön-nen und entschloß sich 1694, nach Irland zurückzukehren unddie Pfarre von Kilrool in Connor (die er freilich wieder derVerwendung Temples zu danken hatte) anzunehmen. Dieselbetrug etwa 100 Pfund jährliche Einkünfte und war sonach keineder schlechtesten Stellen, mit denen arme Geistliche damals zu-frieden sein mußten. Aber das Leben eines Landpfarrers wares nicht, das den unruhigen, mit allen Gedanken der handeln-den Welt zugewendeten Geist Swifts befriedigen konnte. InKilrool empfand er plötzlich auch die angenehmen Seiten derSklaverei, der er entronnen war; er fühlte, wie unentbehrlichihm die politisch-litterarische Atmosphäre des Templeschen Hau-ses geworden sei, und Temple anderseits begann die Talenteund Vorzüge seines Sekretärs in demselben Augenblick zu schätzen,wo er ihn durch eigne Schuld verloren hatte. Derartiges Er-