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6 (1880) Aus einer kleinen Stadt / von Gustav Freytag
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thörung erwache ich. Ihnen aber gelobe ich in dieserStunde, Henner, ich thue ab von mir jede andereliterarische Thätigkeit und all' mein üppiges Schwelgenim Lande der Träume. Ich will eine Antwort suchenaus die Frage: wie uns und unser geliebtes Preußenretten? Der Vater hatte es besser, er sah den Wegvor sich."

Damals that es der Säbel," sagte Henner,jetztvielleicht das gesprochene und gedruckte Wort. WasSie auch wählen mögen, lassen Sie mich Theil habenan Ihrer Arbeit. Ich bin nicht reich, aber ich kannals unabhängiger Mann leben, und ich denke, dieseFreiheit von jeder dienstlichen Abhängigkeit wird Jedemnöthig sein, welcher von heut ab sür die Erhebungseines Vaterlandes thätig sein will."

Es war draußen stiller geworden, nur einzelneSchüsse und gellende Schreie wurden gehört. An dieThür des Kellers donnerten heftige Kolbenstöße. Viktorsprang auf, ein Officier mit einer Abtheilung Soldatendrang in das Gewölbe, ihnen Allen lag in Antlitz undGeberde das furchtbare Grausen, welches den Men-schen entstellt, wenn er Andere gewaltsam vom Lebenscheidet.

Hierher hat er sich geflüchtet," schrie der Officier.Packt ihn; zeigen Sie Ihre Hand!" Viktor's Handwar von Pulver geschwärztnieder mit ihm!"

Henner sprang vor, warf sich zwischen die Wüthen/den und ihr Opfer und drückte ein Bajonett zur Seite,der Stich ging durch Viktor's Arm und Seite, das

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