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essen auf den Abend, und brachte nun einige Stunden ineiner ruhigen Stellung mit lauter Lektüren zu. Abendskam Pilat. Nach Sonnenuntergang erhob sich ein starkerWind. Die Luft kühlte sich ab; meine Schmerzen hattensich ziemlich vermindert. Ich ging um 9 Uhr zu Bette,und hatte eine ruhige und gute Nacht.
Den 15., Sonnabend. Da der Fürst nach Laxenbnrgfuhr, so begab ich mich heute nicht in die Stadt, undbrachte den ganzen Tag mit Lesen und Exzerpiren zu.Gegen Abend erhielt ich durch Pilat die Nachrichten ausder Stadt. Ich war im Ganzen leidend und unmuthig.
Den 16., Sonntag. Um 9 Uhr in die Stadt. MeinAbschiedsbesuch beim Fürsten. Wir trennen uns bis zuEnde des September! Was wird in dieser Zwischenzeitvorgehen? Wie wird mir sein, wenn ich von Gastein zurück-kehre? — Fragen, die mir schwer auf dem Herzen liegen!Ich verließ den Fürsten gegen Mittag, hatte dann nochein langes Gespräch mit Belio, und kehrte nach Wein-haus zurück. — Außer einem kurzen Besuch von Grafund Gräfin Wimpffen fiel hier nichts weiter vor. —Ich arbeitete und las bis gegen 10 Uhr, und hatte eineunruhige Nacht.
Den 17., Montag. Von heute an battre ich meine Va-kanzen, während deren erster Periode ich Weinhaus sowenig als möglich zu verlassen gedenke. Es war heuteein wunderschöner Tag, bei gemäßigter Wärme; ich kamaber nicht viel aus meinem Kabinet, und arbeitete denganzen Tag an Depeschen. Nach dem Essen hatte ich Be-such von Hülsemann (dem ich im Namen des Fürsteneine Lektion geben muhte), und Abends von Lebzeltern,mit welchem ich mich ein paar Stunden lang angenehmunterhielt. — Die ersten Nachtstunden waren wieder un-
F. v. Gentz. IV. II