210
mich nach Hause, wo ich bis 7 Uhr sehr fleißig arbeitete,dann ein paar Stunden bei Frau von Humboldt zu-brachte. Unter anderen arbeitete ich hier den Artikel überNapoleons Karakter aus, der in den (französischen)geheimen Memoiren des Fürsten Metternich dereinst eineStelle einnehmen soll.
Dm 8 M Freitag. Um 7 Uhr das zwölfte Bad. DerThermometer' stand diesen Morgen auf 6 und noch um10 Uhr nur auf 8°. — Nichts desto weniger ward einangenehmer Tag, obgleich nicht über 11°. — Ich arbeitetebis 5 Uhr; nach dem Essen (wobei sich seit gestern etwasbesserer Appetit zeigt) machte ich meinen Abschiedsbesuchbei Frau von Humboldt, die morgen früh mit ihrenTöchtern nach Berlin zurückreist. — Früh zu Bette, undeine gute Nacht.
Dm 9., Sonnabend. Briefe und Pakete aus Wien rc.(bis zum 5.). Um 7 Uhr das dreizehnte Bad. Ich habejetzt die Dauer meiner Bäder auf eine halbe Stundefixirt. — Abreise der Frau von Humboldt. Ob ich michgleich recht gut mir ihr vertragen habe, und sie die einzigeGesellschaft hier war, so werde ich sie doch entbehren kön-nen. Die Zeit drückt mich nie; auch hier habe ich ihrer,wie mir scheint, immer noch viel zu wenig. — Z. B.zwischen heute und morgen muß ich eine Menge von Brie-fen schreiben, die zusammen eine artige Expedition bilden,als: an Pilat, Belio, Fürst Ghika in Bucarest, BaronTürkheim, Schulenburg, Lady Wellesley, meineLeute in Wien, den Postmeister in Salzburg rc. Von 2bis 4 Uhr saß ich auf der Gloriette; ein unaussprechlichschöner Tag, und herrlich der Anblick der Thäler. Ichfühlte mich auch sehr wohl. — Abends arbeitete ich bis10 Uhr. Doch hatte ich keine sonderliche Nacht; vielmehr