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Das Wetter war ununterbrochen (ein paar halbe Tagezählen nicht) hell, kühl, ruhig, und rein. Meine Zeitverwendete ich ganz meinen Wünschen und Vorsätzen ge-mäß. Manche einsame Stunde erheiterte mir die Nachbar-schaft der Kinder, die ich kaum mehr lieben könnte, wennsie mir selbst angehörten. Ein Gefühl von Wohlbehagen,Ruhe, und innerem Gleichgewicht verließ mich kaum einenAugenblick während dieser köstlichen vier Wochen. — Wenndie ferneren Folgen dieser Kur dem unmittelbaren Genußderselben gleich kommen, so habe ich meinen Zweck auf'sglücklichste erreicht.
Der Tag war ausnehmend schön, obgleich der Thermo-meter sich kaum auf 9 erhob; aber kein Wölkchen amHimmel; die Gegend in unverkürztem Glänze. Von 3 bis4 Uhr machte ich einen angenehmen Spaziergang, bezahltemeine Rechnungen, verlieh dem Arzt'und den Hausleutenansehnliche Geschenke — aß um 5 Uhr mit gutem Appetit,las und arbeitete bis halb 10 Uhr. Hoc erat in votis.
Den 23., Sonnabend. Nach einer guten Nacht erwachteich um 6 Uhr. Bekam ein Brief- und Zeitungspaket ausWien, und stieg nach dem Frühstück, gegen halb 8 Uhr,in den Wagen. Der Thermometer stand beinahe aus Null;die Kälte war ziemlich empfindlich; aber ein unvergleichlichheiterer Himmel, ohne das geringste Wölkchen, eine hinläng-liche Entschädigung, und die Gegend in ihrer ganzen Prachtgewährten mir viel Genuß. Ich befand mich so wohl, daßich auch über gar nichts zu klagen hatte. Meine Lektürewaren zunächst die Zeitungen und Journale, die sich imFahren etwas unbequem lesen, und die von Adam Mül-ler mir zugesendeten Nummern einer zu Leipzig gestifteten,hauptsächlich kirchlichen Zeitung. In St. Johann, wo wirgegen 2 Uhr ankamen, machte ich mit großem Appetit ein