310
Briefe aus Wien, später kamen höchst interessante Berichteaus Berlin (über Capodistrias rc.), und als wir um 4 Uhrbei Tische saßen, aus Paris über Frankfurt, die Nachrichtvon Canning's Tode. Im Laufe dieses Tages wurdenvier Expeditionen von hier abgefertigt; ich selbst schrieb zudrei verschiedenen Malen nach Wien, Bucarest rc. Abendsmachte ich mit dem Fürsten, Mercy und Neumann eineParthie L'Hombre, und ging um 11 Uhr zu Bette, befandmich sehr wohl, und schlief sehr gut.
Den 14., Dienstag. Nach einigen Gesprächen mit demFürsten fuhr ich um 10 Uhr mit Leopold nach Marien-bad bei fast anhaltendem kalten Regen. Dort hatte icheine Stunde lang eine Unterredung mit Dr. Heidler,dem Brunnenarzt, die, wie ich vorausgesehen, keine son-derlichen Resultate gab. Fuhr um 2 Uhr nach Königswartzurück; der Prälat von Toepl aß zu Mittag mit uns. —Nachher las ich eine lange Reihe brasilianischer Depeschendurch, und machte dem Fürsten Vortrag davon. Abendswurde die gestrige Parthie wieder gespielt, und um 11 Uhrzu Bette.
Den 15., Mittwoch. Den ganzen Bormittag Akten ge-lesen und geschrieben. Tatischeff war von Karlsbad zumBesuch gekommen, und aß mit uns zu Mittage, wie auchein Herr von Schmieling aus Westphalen, und derPolizeidirektor Richter von Marienbad. — Nach Tischewurde eine Spazierfahrt nach einer Glashütte beschlossen,an welcher ich aber, wohlweislich, nicht Theil nahm, da-gegen einige köstliche Stunden auf einer Bank im Garten,bei dem herrlichsten Abend, in Daru's Geschichte von Ve-nedig, zubrachte. Als die Spazierfahrenden zurückkehrten,wurde ich mit allgemeinen Glückwünschen begrüßt. Dannspielten wir die gewöhnliche Parthie bis gegen 11 Uhr.