220
III. Großbritannien
oft der Fall ist,) in seltner Kleidung, in unruhigemSehen alles Seltenen auf der Erde, des Ausgangsder Sonne in Lappland u. f.; bestände es mit imSpiel, da man alles Unterste oberwarts kehret unddas Gewöhnlichste neu, d. i. schief anfangt: so ge-hört viel Geduld oder Laune dazu, daß man diesesSpiels nicht selbst zuerst satt werde; andre werdenes bald.
Wir wissen, wie der sogenannte Roman ent-standen ist; aus Zeiten der Barbarey nämlich,deren überspannte Unternehmungen und Tendenzeneine klügere Zeit aufnahm und zur Schau stellte.Die Geschichte der Romane zeigt, daß das Roman-hafte selbst sich mit der Zeit mildern und ver-nünftiger werden mußte, wenn es nicht ausge-zischt seyn wollte; mit romantischen Charakteren istes nicht anders. Das höchste Romanhafte endlichist, was alle Zurüstung verbirgt und denErfolg beynah ohne Mittel darlegt. Als-dann wird das Verwundern Bewunderung, in derdie Vernunft selbst bewundert. Wo nicht, so istund bleibt es eine Art Seiltänzerey, deren lauteund bunte Ankündigung mit zu ihrem Etiquette ge-höret.
Wer liebt das Romantische vor andern? DieJugend. Kinder wollen und müssen ihre Kräfteüben; dazu bedürfen sie großgezcichnete, indie Augen stechende Vorbilder, Etwas was sie weckt,hebt, ermuntert. Hoffentlich aber werden sie nichtimmer Kinder bleiben; eine eigne Uebung wird ihnenein Gleichmaas geben. Auch das Geschlecht,das gern in einer ewigen Jugend lebet, liebt das