Band 
[Adrastea I & II.]
Seite
379
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der Humanität. A79

die Staaten erschaffen worden? oder daß die Staatenfür die Menschen sind?

Ich. Jenes scheinen einige behaupten zu wollen,dieses aber mag wohl das Wahrere seyn.

E r. So denke ich auch. Die Staaten vereini-gen die Menschen, damit durch diese und in dieserVereinigung jeder einzelne Mensch seinen Theil vonGlückseligkeit desto bcßer und sichrer genießen könne.Das Totale der einzelnen Glückseligkeiten aller Glie-der ist die Glückseligkeit des Staats. Außer diesergiebt es gar keine. Jede andre Glückseligkeit desStaats, bei welcher auch noch so wenig einzelneGlieder leiden, ist Bemäntelung der Tyrannei. An-ders nichts —

Ich. Gut also! Das bürgerliche Leben desMenschen, alle Staatsverfassungen sind nichts alsMittel zur menschlichen Glückseligkeit. Was weiter ?

Er. Nichts als Mittel, und Mittel menschli-cher Erfindung; ob ich gleich nicht laugnen will, daßdie Natur alles so eingerichtet, daß der Mensch sehrbald auf diese Erfindung gerathen müssen. Nunsage mir, wenn die Staatsverfaffungen Mittel, Mit-tel menschlicher Erfindungen sind: sollten sie alleinvon dem Schicksale menschlicher Mittel ausgenom-men seyn?

Ich. Was nennst du Schicksale menschlicherMittel?

Er. Das, was unzertrennlich mit menschlichenMitteln verbunden ist, daß sie nicht unfehlbar sind.Daß sie ihrer Absicht nicht allein nicht entsprechen,