Band 
Adrastea III. Schluss der Briefe zu Beförderung der Humanität.
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der Humanitär.

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So auch mit andern Nationen. Die Naturhat ihre Gaben verschieden ausgetheilt; auf unter-schiedlichen Stämmen, nach Klima und Pflege wach-sen verschleime Früchte. Wer vergliche diese untereinander S oder erkennete einem Holzapfel vor derTraube den Preis zu?

Vielmehr wollen wir uns wie der Sultan So-liman freuen, daß auf der bunten Wiese des Erd-bodens es so mancherlei Blumen und Völker giebt,daß diesseit und jenseit der Alpen so verschiedene Blü»then blühn, so mancherlei Früchte reifen! Wir wol-len uns freuen, daß die große Mutter der Dinge,die Zeit, jetzt diese, jetzt andre Gaben aus ihremFüllhorn wirst, und allmählich die Menschheit vonallen Seiten bearbeitet.

Denn es scheint so wohl geistige als physischeNothwendigkeit zu seyn, daß aus der Menschen-Na-lur mit der immer veränderten Zcitfolge alles hervor-gelockt werde, was sich aus ihr hervorlocken laßt.Mithin müssen mit der Zeit Contrarietaten ansLicht kommen, die sich endlich doch auch in Harmo-nie auflösen.

Offenbar ists die Anlage der Natur, baß TvieEin Mensch, so auch Ein Geschlecht, also auch EinVolk von und mit dem andern lerne, unaufhörlichlerne, bis alle endlich die schwere Lection gefaßt ha -den: „kein Volk sei ein von Gott einzig *) außer-wählleS Volk der Erde; die Wahrheit müsse von a l-

*) Für immer, zu allem. M.

Herders Werke z. Phil. u, Gesch. XI. C