Band 
Adrastea III. Schluss der Briefe zu Beförderung der Humanität.
Seite
43
JPEG-Download
 

der Humanität.

4^

und Weniger bestimmen? zumal sowohl bei einzelnen-Menschen a!S bei ganzen Völkern nach Umstandenund Perioden nichts als Convention die Waagein der Hand hat und Namen vertheilet. D>e grö-ßesten Veränderungen der Welt sind von Halbwabn-sinnigen bewirkt worden, und zu mancher rühmli-chen Handlung, zu manchem scharf verfolgten Ge-schäfte des Lebens gehörte wirklich eine Art bleiben-den Wahnsinns.

„Bewahre uns Gott, werden Sie sagen, m H.,vor solcher Ansicht der menschlichen Dinge! UnsreErde würde ja damit ein Irrenhaus, und unsre Ge-schichte ein Krankenregister." — Sollte Sie in gan-zen Perioden anders zu betrachten seyn? und ist esnicht nützlich, daß man Sie also betrachtet?

Denn nun wird man zuerst, wenn auch indem Zeitraum, in dem wir leben, Namen aufkom-men, über welche Menschen einander hassen undmorden, eben durch die Geschichte voriger Zeiten auf-merksam gewacht, zu prüfen, was hinter den Na-men sey? Man wird sie weder gedankenlos nach-beten, noch fürchtend so anstaunen, als ob mit ihnendas Ende der Welt gekommen sey; am wenigstenwird man im blinden Taumel mit Einer der strei-tenden Partheien hassen, zürnen, verläumden, verfol-gen. Die Geschichte belehrt uns, daß dergleichenZufalle des menschlichen Geistes tausend-- und tau-sendmale bereits, nur unter andern Namen und Zcit-umstanden, ihr Spiel und Ende gehabt haben; manwird also auf seiner Hut seyn, unschädlichen Wahndulden, schädlichem Wahn ausweichen; mit «ich-