Band 
Adrastea III. Schluss der Briefe zu Beförderung der Humanität.
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44 Briefe zu Beförderung

ten aber weder diesen noch jenen erbittern und rei-zen. Denn eben durch dies Erbittern und Reizen,(dies zeigt die Geschichte) wird der Wahn Wahn-sinn. Dadurch aber habe ich weder dem Kranken,noch mir geholfen: es sey denn, daß ich ihn wirk-lich toll machen wollte.

Eben auch die Geschichte kehrt zweytens,daß weder Gewalt noch Uebcrredung, am wenigstenmit Uebcrredung verschleierte Gewalt und mit Ge-walt unterstützte Uederrcdung den Wahn der Men-schen auszutilgen oder zurecht zu bringen vermöge.Durch Waffen werden Irrthümer weder bestricken,noch ausgerottet; der schlechteste Wahn hingegendünkt sich eine Märtyrer-Wahrheit, sobald er mitBlute gefärbt dastehet. Eben Lurch dergleichen ge-waltsame Schleichmittel sind Irrthümer, die sich selbstbald überlebt hatten, Meynungen, von denen die Be-trogenen in kurzem zurückgekommen waren, schädlichverewiget worden. Nie hat die reine Wahrheit mitschlauer Politik etwas zu schaffen gehabt, so wenigdie Politik es ;e zum Zweck gehabt hat, reine Wahr-heit zu befördern. Jede geht ihren Gang, und nurKinder lassen sich von politischen Wahrheitphrasendieser oder jener Parthei, oder wie die Griechen sa-gen, von der Svada mit der Geißel in derHand tauschen.

Drittens. Das einzige Mittel, wie mandem Wahn beikommen kann, ist, daß man ihmnicht herzukommen scheine. Man schütze sich vor ihmund lasse ihn seines Weges wandern; oder man zer-streue ihn und bringe ihn ohne gewaltsame Ueberre-