Schon näherte sich die Mitternachtsstunde, als die Kö-nigin, von Angst des herannahenden Ausbruchs des Las-ters aus ihrer Einsamkeit gejagt, zu dem König undden um ihn versammelten Blutverschwornen floh, umihnen allen, und vorzüglich dem Könige in der fürchter-lichen Stunde Muth zuzusprechen. „So fange manan," brüllte Karl, den der Vorwarf der Feigheitkränkte, und mit diesem Worte war das Signal gege-den. Die dumpfe Sturmglocke ertönte.
Und dennoch wurde der König und seine ganze Ge?sellschaft bey dein Knall einer Pistole von einem Entsetzenergriffen, welches ihrem ausgestorbenen Gedächtnißnichts, und ihrer Fantaste nur das Scheußliche ihresVerbrechens darstellte. Blaß und stier sahen sie sich ein-ander an, und dieser Augenblick, aber auch nur diesereinzige, forderte sie, ihrer eigenen Angst, nicht derMenschheit wegen auf, den Herzog von Euise durch ei-nen Eilboten von der Ermordung des Admirals zurückzu halten; allein zu spät kam die Nachricht und zu späteine Reue, deren glückliche Wirkung man doch wiedernachher bereuet haben würde.
Weit entschlossener ging der Herzog von Guise zuWerke. Der Schall des Signals war der Triumph sei-ner glühenden Privatrache. Jenes mußte die Mittelverantworten, die diese wählte. Er floh mir seiner Rotteauf Coligny's Wohnung, und ließ sich die Thore aufköniglichem Befehl öffnen. Coligny's Haushofmeisterstürbe am Eingänge niedergestoßen. Die SchweißerVerkrochen sich. Drey Französische Obersten, in Berei-fung eines Sincftrs Perrucci und eines Deutschen Besme,
stürm-