Buch 
Heinrich der Vierte, König von Navarra und Frankreich : eine Biographie, mit Hinsicht auf unsere Zeit aus Geschichtsquellen bearbeitet : Karln von Dalberg als Opfer der dankbarsten Liebe und reinsten Verehrung geweiht
Entstehung
Seite
112
JPEG-Download
 

ns

„ keinen einzigen Henker unter ihnen angetroffen. Ein,„stimmig bitten wir also Eure Majestät unterthanigst,„unsern Muth, unser Leben, unsere Dienstfertigkeit bey„den gefährlichsten, aber nicht bey unmöglichen Unter,„nchmungen, auf die Probe zu steilen." So weitmußte es kommen, daß Gehorchende dem BefehlendenAchtung für eine Pflicht abzwangen, die eine unum-schränkte Macht unter die Füße rollte; aber eben so weitmußte es kommen, daß dieser Monarch, der das Meis-terstück seiner Vcrruchtheit in der Barrhslomaus-Nachtschon vollendet hatte, kleinere Bubenstücke als Spielund Belustigung seiner schwarzen Seele ansehen, undMänner, die ihm den reinen Spiegel seines Herzensvorhielten, von der Erde vertilgen mußte, um von ih.ren lauten Vorwürfen nicht mehr in dem wollüstigenBluttaumel gestört zu werden. Der schnelle Tod einigerdieser edelmüthigen Menschen, laßt mit Wahrscheinlich-keit auf Vergiftung schließen.

Und was hatte Karl Nun für die Sicherheit seinerPerson und seines Throns, wenn sie wirklich in Gefahrgewesen wären, gewonnen? Nichts, als die Verzöge-rung eines ausbrechenden, nicht abgeleiteten Gewitters-das, in eine Gegend zusammen gejagt, um so fürchter.licher ausbrcchen mußte. — Karl hatte der unsichernBerechnung des Ausgangs seine Handlungen blind undunpolitisch (denn Moralität und Tugend, schon langstvon seinem Throne auf immer verbannt, kommen nichtmehr in Betracht) unterworfen. Ein ewiges Schwan-ken, dieFolge davon, vervielfältigte die Gefahren, undum ihrer Abwendung gewachsen zu seyn, wurde weit

mehr