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Heinrich der Vierte, König von Navarra und Frankreich : eine Biographie, mit Hinsicht auf unsere Zeit aus Geschichtsquellen bearbeitet : Karln von Dalberg als Opfer der dankbarsten Liebe und reinsten Verehrung geweiht
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116
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er sich seiner natürlichen Wildheit, als dem geprüfte-sten Mittel zur gewissen Erreichung seines Zwecks, über-lassen; allein Conde hatte ihm durch seine Gelassenheitein gewisses Ehrgefühl erweckt, das die Raserey seinesZorns unterbrach. Zu feig, etwas weiter zu unterneh-men, suchte er bey der Intrigue seiner Mutter Zuflucht,und so war bald durch Furcht oder Geld ein Predigerbestochen, der von der hugenottischen Religion zur ka-tholischen übergetreten war, und der das Glück der er-kannten Wahrheit mit seiner unwiderstehlichen Beredsam-keit nicht feurig genug zu schildern wußte. Aus der nach-folgenden Geschichte laßt sich erweisen, daß der Königvon Navarra, seine Schwester und die PrinzessinnenConde, die Belehrungen dieses Predigers als einendienlichen Verwand benutzten, um ihr Leben in Sicher-heit zu setzen. Sie wurden katholisch; der Prinz vonConde blieb noch einige Zeit unbeweglich, bis ihm dieSchwach? der andern Gelegenheit gab, die sinnige mehrzu verbergen.

Noch nie war Roms Freude so grenzenlos gewesen.Die Nachrichten von der Bartholomaus-Nacht, vondein über die Türken erfochtenen Siege, von Alba's blu-tigen Fortschritten in Flandern, trafen mit der Hoff-nung, einen eifrigen bigotten Katholiken bald auf demPohlnifchen Throne zu sehen, zusammen. Schon feyerteman die Höllenthat der Bartholomaus - Nacht durchProeessionen, Messen, Stadtbelcuchtungen und Ab-fcurung der Kanonen; schon wollte man ein allgemeinesJubiläum wegen dieser glücklichen Begebenheit anstellen,als noch überdieß von den zwey Erzketzern, dem Prinzen

Conde