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Heinrich der Vierte, König von Navarra und Frankreich : eine Biographie, mit Hinsicht auf unsere Zeit aus Geschichtsquellen bearbeitet : Karln von Dalberg als Opfer der dankbarsten Liebe und reinsten Verehrung geweiht
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120
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Weit mühseliger war es, den Abscheu gegen Frank,reich bey andern Staaten zu ersticken, die kein anderesInteresse, als das der Menschlichkeit hatten. An meh-rere Oerter mußte die Königin Gesandte abschicken, umdie Wahrheit zu verleumden. Karls Schwiegervater,der Kaiser Maximilian der Zweite, nannte das Blutbadein schändliches, tyrannisches Verfahren, das den Kö-nig, seinen Schwiegersohn, nur in so fern entschuldige,als er nicht selbst regiere; das heißt, nach einer PersischenRcgierungsmaxime: einen Degen in der Hand haben,den ein dritter willkühclich zum Mord lenkt, und dochunschuldig seyn wollen.

Spanien hatte Ursache, sich über diesen Triumphder Religion mehr als Rom zu freuen, weil es sich vonFrankreich in seiner Mordlusi, wozu die Niederlandeeine so große Befriedigung anboten, weniger gestörtglaubte,

Aber zu frühe wurde dieser Sieg gefeyert, und einbaldiges Erwachen folgte auf den sorglosen Schlummer,worein die leichtgläubige Trunkenheit die königliche Par-ley eingewiegt hatte. Noch hielt man einen Schluß desParlaments, das Andenken an Coliqüy zu verdammen,zur Bewirkung einer vollen Ueberzeugung einer verdien,ten Strafe, und zur Rettung seiner eigenen Unschuldnöthig; und was konnte wohl solche Richter abhalten,Nicht auch hier ein Urtheil nach den Wünschen eines soblutgierigen Despoten zu fällsn? Am sieben und zwan-zigsten Oktober *) erschien jener schreckliche Spruch, wo-

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