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Heinrich der Vierte, König von Navarra und Frankreich : eine Biographie, mit Hinsicht auf unsere Zeit aus Geschichtsquellen bearbeitet : Karln von Dalberg als Opfer der dankbarsten Liebe und reinsten Verehrung geweiht
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130
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waren die Fäden, womit sie die Anmaßungen der Großenwechselseitig zügclte; allgemeine Noth und allgemeinesElend ihre Werkzeuge zur Begründung ihrer unbe-schränkten Macht. Ueber Kleinigkeiten erhaben, undnur mit großen und mit weit umfassenden Ideen undEntwürfen beschäftigt, erhob sie die Majestät, die ausihrem natürlichen Anstand, aus ihrem Umgang, ausihrer geistreichen Unterhaltung, und aus ihrem Betragensprach. Als Mutter von drey Königen hatte sie mitdem jugendlichen Ehrgeitz ihrer Mündel, und mit derWuth des, die Auktorität ihres Hauses anfechtendenPartcygeistes, zu kämpfen. Jenen wußte sie durchWeichlichkeit und Wollust zu kühlen, wenn sie diesen mitder ganzen Feinheit der weiblichen Intrigue bewachte.Nie war der Französische Hof so glänzend gewesen, alsseit der Zeit, da Katharina ihn beherrschte. Alles, wasdie Sinne berauschen, und in dem Taumel erhaltenkonnte, war hier erschöpft, und wenn Natur und Kunstdie Verfeinerung zu einem Ideal auf drm ItaliänischenBoden erhoben hatte, so stand sie doch dem erfinderi-schen Geiste einer Katharina, am Französischen Hofe,weit nach. Kein Jammergeschrey des bürgerlichen Krie-ges konnte den muntern Frohsinn und den tändelndenScherz verscheuchen. Allein hierin lagen die Schlingen,womit sie die Kraft der Nation, die Herrschgierde derGroßen, und den Willen der Könige umstrickte. MitVerbannung der alten Ritterzelten war auch Treue,Glauben, Wahrheit und Biedersinn entflohen. Tückeund Betrug vertraten ihre Stelle. Die verschwenderischePrachtlicbe zog am Hofe und bey dem Volke einen Hangzum Vergnügen groß, die den Kreis der Bedürfnisse

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