schienen, ließen sich durch den abwesenden Herzog vonGuise leiten. Gleich von Anfange entstanden heftigeAgitationen, wobey eben so viel List, als Gewalt, ge.braucht wurde. Die Stande verlangten mit einem bru-kalcn Ungestüm, daß die Beschlüsse der allgemeinen Der-sammlung die Kraft und Verbindlichkeit eines Gesetzeshaben sollten.
Der König» durch die Gefahr geschreckt, die seinereigenen Macht drohte, suchte Anfangs alle möglicheAusflüchte, und seine Vorliebe für die Guisen, verbun-den mit dem Hasse der Protestanten, erregte ihm nochZweifel gegen ein ihm zugeschicktes Exemplar, worin derganze Zweck der Ligue und ihr Glaubensbekcnntmß ent-hüllt war. Aber bald kam die Zeit, wo die Macht derGuisen von seiner verschobenen Erklärung ihre Vollen-dung empfing. Das Wohl seines Sraats hatte demKönige Noch nicht so viele und ängstliche Sorgen gemacht,als eine Lage, wo das Wohl seiner hohen Person so sehrinteresstrt war — die Ligue anzugreifen, oder sie fürgesetzwidrig zu erklären, schien ihm wegen ihrer großenAusbreitung zu verwegen, und forderte zu viel Entsa-gung auf eigenen Genuß; sie dem Strome der Zeit zuüberlassen, und ihr die Wahl eines Anführers zu erlau-ben, würde einem Kriege ähnlich gewesen seyn, den erseinem Throne ankündigte. Die Königin Mutter wareben so sehr, wie er, überrascht. Sie selbst, die Meiste-rin in der Intrigue, warf sich bey dieser Krisis in dieArme Johanns von Morvilliers, eines kraftlosen, furcht-samen, immer in die Zukunft lebenden Mannes; undso mußte sich der König für den Anführer der Ligue
erklä-