aufgenommen werden. Da mehrere Stellen unbesetztblieben, so war er eine verführerische Aufforderung fürdie Protestanten, um katholisch, und für die Liguisten,um königlich gesinnt zu werden. Welch Interesse mußtenicht überdieß ein Korps erwecken, das gleich stark anden Thron und an die katholische Religion gefesselt, sichin die Mitte der streitenden Parteyen warf? Wenn unsauch die Geschichte keine große Wirkung desselben aufbe-wahrt hat, so laßt es sich doch sehr leicht denken, baßes vorzüglich dazu beytrug, die Parteyen bis auf dasJahr ein Lassend fünfhundert und fünf und achtzig hin-zuhalten.
In der Zwischenzeit war aus dem wechselseitigenHaß, aus der affektieren wechselseitigen Liebe, und ausden Mitteln, sich einander in der Galanterie und derPolitik zu bestricken, eine Menge kleiner Kriege und klei-ner Friedensbündnisse entstanden, die ihren Nahmen,Krieg und Frieden der Verliebten, vollkommenverdienen. Es macht einen sonderbaren Kontrast, sagtThomas im Lobe Sully's, das bluttriefende Frankreichin die Arme der Wollust eilen zu sehen; aber noch son-derbarer ist es, daß man im Frieden Unterhandlungenbetrieb, als ob man im Kriege, und im Kriege so sicherschien, als ob man im Frieden lebte. Um sich demfreyen Genuß ihrer Vergnügungen um so ungestörter zuüberlassen, so hatte man den Aufenthalt des Hofes einebis zwey Meilen im Umfange von aller kriegerischen Be-handlung ausgenommen; und wenn man hier das Ge-klirre der Wassen und das Donnern der Kanonen nichthörte, wenn man hier sich in Ergetzlichkeiten berauschte,
so