So verhielt er sich gegen den König von Na.varra und gegen den Herzog von Anjou. Allein so baldjener sich öffentlich zur protestantischen Religion bekannte,und dieser starb, so mußte er auf jenen den plötzlichenHaß fallen lassen, den er durch diesen in längere Ent«würfe und Intriguen verzogen hatte.
Schon lange vorher waren auf sein Veranstaltendreiste Schriften erscheinen, worin das Recht der Gui«sen auf den Kapetingisch Valoisschen Thron mit eben sovieler Unwissenheit als Verwegenheit behauptet wurde.Solche Schriften, die eine bloß vorüber gehende Erschei-nung zu seyn schienen, waren zugleich die Vorboten vonheftigen Explosionen. In den gereitztcn Unwillen desVolks gegen alle Protestanten und Nichtkatholiken warddie Ausschließung des Königs von Navarra, als desnächsten genealogischen Erben zur Krone gelegt; und werwollte, es nun wagen, sich einem Herzoge von Guise, derseine Abkunft von der Karolingischen Dynastie herleitete,und der ein so eifriger Katholik war, auf dem Wegezum Throne entgegen zu setzen? Jetzt, da der Fall ein.trat, sein anmaßliches Recht auf die Krone geltend zumachen, jetzt war der Augenblick gekommen, der seinenlangen Intriguen eine andere Sphäre ihrer Wirksamkeitanwies. Der Tod des Herzogs von Anjou war zu rasch,und das Volk noch nicht vorbereitet genug, um ein soselbstsüchtiges Betragen seiner Person zu dulden, undeine neue ungewisse Verfassung mit dem Umsturz der altenzu erkaufen.
Aus dieser Verlegenheit riß ihn Navarra's Oheim,der Kardinal von Bourbon, ein schaler, aber uncuhiger
Kopf,