Buch 
Heinrich der Vierte, König von Navarra und Frankreich : eine Biographie, mit Hinsicht auf unsere Zeit aus Geschichtsquellen bearbeitet : Karln von Dalberg als Opfer der dankbarsten Liebe und reinsten Verehrung geweiht
Entstehung
Seite
237
JPEG-Download
 

2Z7

Von diesem mißlungenen Versuche eilte der Herzogvon Guise zu einem andern, der ihn naher zum Zielebringen sollte, und dieser war: die wieder vorgeschla-gene Annahme des Tridentinischen Koncils, das entwe-der als verbietendes Gesetz angenommen, oder verwor-fen den König Preis geben müßte. Alle Anstalten dazuwaren auf das feyerlichste gemacht; man hatte mit sorg-fältiger Klugheit die wärmsten Liguisten in einer Parti-kularversammlung beschieden, und sie zu dem Plane vor-zubereiten gesucht. — Allein der Eeneraladvokat —ein Mann, der mit einer tiefen Kenntniß eine hinreißendeBeredsamkeit, und einen unbefangenen Muth verband —eröffnete die Verhandlungen mit einem Thema, das ebenso befremdend, als niederschlagend seyn mußte. „Die„ Freyheiten der Gallikanischen Kirche gründen sich auf„keine morschen Pfeiler, sondern auf eine göttliche Ge-setzlichkeit, noch von keinem Koncil oder päpstlichen„Dekrer erschüttert. Als weltlicher Oberherr kann und„ darf der Papst keinen Franzosen durch eine Verordnung„verbinden, und als erster Bischof darf er nur jeneGe«„ walt ausüben, die von keiner andern beschränkt ist. —„Letztere ist der Damm der erstern; und gerade hierin-„besteht die Freyheit der Gallikanischen Kirche.^ Einesolche muthvolle Aeußerung schlug die Machinationennieder, die sich von dieser Seite wirksam zu erhebendrohten. Der König, vermöge seiner Bigotterie dergesetzlichen Einführung des Tridentinischen Koncils garnicht abgeneigt, aber durch die Behandlungsart seinerStellvertreter tief gekränkt, fühlte jetzt von Tage zuLage lebendiger die für ihn gefährliche Stelle, die derHerzog von Guise an seiner Seite eingenommen hatte;

aber