Buch 
Heinrich der Vierte, König von Navarra und Frankreich : eine Biographie, mit Hinsicht auf unsere Zeit aus Geschichtsquellen bearbeitet : Karln von Dalberg als Opfer der dankbarsten Liebe und reinsten Verehrung geweiht
Entstehung
Seite
238
JPEG-Download
 

2Z8 -

aber wenn er seine Plane Verschwörung nannte, wenner ihnen fluchte, wenn er den Herzog als einen Königs-verrather, als einen Thronerschütterer ansah, wenn cdVersprach, seinem hoch strebenden gefährlichen Ehrgeitzezu begegnen, oder sich durch nichts zurück schrecken zulassen, so hatte er dennoch keine Mittel gefunden, oderdurchdacht, wodurch er seine reißende Fortschritte auf-halten konnte. Das Zusammentreffen mehrerer Umstän-de, und ein gewisses unverkennbares Spiel des Unge-fährs mußte den König erst mit dem Gedanken vertrautmachen, daß er jetzt nur noch mit Gewalt gegen denHerzog verfahren konnte, wenn er anders die Würdeseines Throns, sein königliches Ansehen und seine Liebezur Ruhe, zum Leben, und zu seiner eigenen Sicherheitzu schätzen wisse.

Selbst die Prinzen des Lothringischen Hauses, jederdurch ein anderes Interesse geleitet, harten sich widerden Ehrgeih des Herzogs empört. Der Herzog vonMayenne konnte ihm die Zuneigung einer gewissen Damenicht verzeihen. Philipp Emanuel, Herzog von Mer-coeur, hatte kein so starkes und lebendiges Gefühl fürden ersten Rang, welches ihm das Recht der Erstgeburtverlieh, um den Einfluß und das Ansehen nicht höher zuschätzen, das der Herzog über Frankreich behauptete.Eben so waren Nemours, Elboeuf und Aumale, theilsdurch den Uebermuth des Herzogs, theils durch anderezufällige Umstände von der Mitwirkung zu seinem Planeabgelenkt, und zu einem entgegen gesetzten hingezo-gen. — Sie gingen unter sich eine Verbindung ein,die das Gefährliche der Guisischen Faktion abweisen,

und