„thun werbe, der es wagt, mir zu nahe zu treten, oder„ sich an meinem Ansehen zu vergreifen." Von hier eilteder König zur Königin Mutter» die unvorbereitet mehrdurch diese Nachricht erschüttert, als erbittert wurde.„Haben Sie," das war das Einzige, was sie mit einerihr auch in ihrer Krankheit eignen Verstellungskunstfragte; „haben Sie die Folgen Ihrer Handlung berech-net, und sind Sie auf jede gefaßt?" — „Ich bin auf„ alles gefaßt und vorbereitet," entgegnete der König. —„Desto besser," erwiederte die Königin, „Gott gebe,„ daß Sie Ihre That nie bereuen dürfen. "
Der Tod des Herzogs änderte die ganze Ansichtdes Hofs. Der Frohe und Vorlaute, der die That desKönigs hoch pries, war durch diesen Schlag am tiefstenverwundet; der stille Redliche, der es mit dem Königeund dem Staate wohlmeinte, ahnete ein trauriges Loos,eine unglücksvolle Zukunft. Der König glaubte die Li-gue besiegt zu haben, wenn er jetzt Triumphe über siefeyern konnte. Dem Anscheine nach trat er in seine altenRechte zurück, setzte sich wieder in den Besitz des Verlor-nen Ansehens, war wieder ganz und im vollen Sinnedes Worts befehlender König; aber sein jetziger Zustand,dem Bilde seines vorherigen in Hinsicht auf Kraft undSelbstgefühl vollkommen gleich, hatte nur eine Farbegeändert; das Gemählde war anders, aber nicht besserkolorirt. — Die Ligue mitten unter der Hofintrigue ge-bildet und genährt, hatte Wurzel geschlagen, die dasBlut eines einzigen nicht tilgen konnte. Der Herzog vonMayenne lebte noch; und der König mußte selbst baldgestehen, daß er nur ein Stümperwerk zu Stande ge-bracht habe, weil der Herzog entwischt wäre.
Kein