letzten Gefühle, die dem Menschen als Menschen hei-lig bleiben, aufgefordert wurden. Selbst die Versamm-lung zu Blois endigte ihre Sitzungen unter dem Ver-wände, daß der allgemeine Aufstand seiner Unterthanenseine edelsten Beschlüsse, die er zum Besten des Reichsgefaßt habe, vereiteln würde, und daß er nur auf ei-gene Sicherheit Rücksicht zu nehmen habe. — DerKönig hörte die Debatten mit einer Kalte und einer Be-lustigung an, als wenn ?r sich in einem Lustspiele er-setzte; und dennoch, sagt de Thou, wagte man niesolche bedeutungsvolle Satze, nie sprach man so gründ-lich, als jetzt zum Schlüsse, wo man dem König mitglatten Schmeicheleyen die derbsten Wahrheiten vor-legte. — Der Erzbischof von Bourges, nach der Er-mordung des Kardinals von Guise Präsident des Kle-rus, drang auf die Freyheiten der Wahlen, in Anse-hung der Bißthümer und Abkeyen, auf Einziehung derveräußerten Kirchengüter, auf Vereinzelung der Pfrün-den, auf strenge Beobachtung der durch das Koncilzu Trident vorgeschriebenen Kirchenzucht, lauf bessereVerwaltung der Hospitalgütcr, auf eine strenge akade-mische und Schulpolizey. — Uebel, die Heinrichs Re-gierung theils erzeugt, theils vergrößert hatte. End-lich bat er den König, daß er die Truppen richtigerbesolden möge, weil die Entziehung des Solds sie zuDiebstahlen aufgefordert hatte.
Der Graf von Brissac sprach im Nahmen des Adels;er ergoß sich in Lobeserhebungen über des Königs Muth,und donnerte auf die neuen Sekten los, die der Nation hmunschätzbaren Werth jener Rcligionsfätze, die Jahrhun-derte lang die Wahrheit selbst besiegelt hätte, rauben ooer
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