276 --——-
groß, mächtig und angesehen, die einen zwey hundertJahre behaupteten Thron erschütterte, einen König, demganz Frankreich zu Gebote stand, beynahe herab genö»thigt, und den an ihm begangenen Hochverrath alsein heiliges Unternehmen gepriesen, den Mörder mit derJudith, den Gemordeten mit Holofernes, die Befreyungvon Paris mit der Desreyung von Bethulien verglichen,das Dildniß des Böscwichts auf den Altaren zur öffent-lichen Verehrung ausgestellt hatte; seine Macht, größ-ten Theils dem noch nicht ganz verschwundenen Thron-ansehen des vorigen Königs entlehnt, mit dem Meu-chelmord verringert und unsicher, Heinrich der Vierte,selbst umgeben von stummen heimtückischen Feinden,entblößt an Mitteln, um der gierigen Habsucht, denWünschen des ehrsüchtigen Adels, den Erwartungen derPrinzen von Geblüte zu entsprechen; als Hugonott soöffentlich verabscheuet, daß ein großer Theil lieber ster-ben, als einem König gehorchen wollte, dessen Unfähig-keit der Papst selbst verkündigt hatte. — Schrecklichwar eine solche Lage, worin er im ungleichen Kampfemit den Vorurkheilen einer Religion, mit der Wnth derLigue, mit der Schwäche seiner väterlichen Staaten, mitder berechnenden Politik, der darbenden Hab - und Ehr-sucht der Meisten, und der Hülflostgkeit von Außen, mitPhilipps von Spanien tödtlichem Einfluß überall Rathund Unterstützung suchen mußte, nirgends Vertrauen fand,alle ihn als gefährlich, als bedenklich mieden. — Miteiner Hand voll treuer Diener, sagt Gully, war derKönig von Navarra der Willkühr seiner alten FeindePreis gegeben, und das in einem Lande, woHülfsqucl-len ihm fehlten.
Eli-