28 ?
„möchten sie zur Erkenntniß kommen! möchten sie bald„begreifen, daß ich eine Religion, die Begleiterin mei.„ner Kindheit, nicht gegen das Königreich Frankreichs„oder die Herrschaft der ganzen Welt hingeben kann,„daß ich keine andere Religion, wenn sie mich auch in„den Besitz einer im Gegenstand und Willen unbeschrankt„ten Gewalt setzen könnte, je annehmen werde, als die„mir durch ein kanonisches Koncil vorgeschlagen ist. —„ Stolz auf meinen Französischen Nahmen trage ich ein„Herz, offen wie der Tag, rein wie die Sonne, feind„der Sklaverey, der Verstellung und der Zweydeutig-keit. — Ich kann mir wahrend siebzehn Jahren, da„ich König von Navarra bin, ohne Schamröthe das„Gestandniß thun, nie mein Versprechen verletzt, nie„mit Unwahrheit getauscht zu haben, und doch hatte ich„einige Gelegenheiten, mich an den unedlen Behandlun-gen, die ich von meinen Feinden erdulden mußte, zu„rächen. — Sollte es mir nicht wehe thun, unter Euch„Leute zu finden, die mich nach ihren Chimären modeln„und zwingen wollen, wenn ich Euch als Euer Herr„und König die unbeschrankteste Gewissensfreyheit„lasse? — Kann eine solche Forderung vernünftig„ heißen? — Ich berufe mich hierbey allein auf Euern„gesunden Menschenverstand, und auf den der ganzen„ Französischen Nation. — Schließt mich übrigens in„Euer Gebet, daß Gott meine Gesinnungen erleuchte,„meine Schritte leite, meine Handlungen segne. —„Mensch, wie der gemeinste, fehlerhaft, wie alle, habe„ich seine Gnade zur Erkennung meiner Pflichten und„ zur Besserung nöthig. — Die Erweiterung des christ«„lichen Reichs, die Ruhe von ganz Frankreich, die Be-
„glückung