Z-8 -
Sein Schwert voll Scharten, vorn Blute triefend, er-regte ihm Schaudern; das nehmliche Schwert so oft derGegenstand der Ruhmredigkeit in der Hand eines Fei-gen, — Lheodorich von Schönberg, Inhaber einerReiterkompagnie, war sichtbar den Tag vor derSchlacht durch einige Vorwürfe, die ihm Heinrich überfeinen Eigennutz machte, gekrankt, — Am Tage derSchlacht ging Heinrich zu ihm: „Hauptmann," sagts»er, indem er ihn umarmte, „wir sind beyde in einer„Lage, die wir vielleicht nicht überleben. Es sollte mir„wehe thun, die Ehre eines so braven Edelmanns, wie„Ihr seyd, mit ins Grab zu nehmen — ich bin Euch,^die Erklärung im Angesicht« der Armee schuldig, daß„ ich Euch für einen edlen, rechtschaffenen Mann halte,„ der sich keine entehrende Schwäche erlauben kann." —„Gnädigster Herr," entgegnete ihm Schönberg mitThränen in den Augen, „Sie nehmen mir das Leben„gegen die gestern geraubte Ehre, die Sie mir heute zu-„ rück gaben — heute an einem Tage, wo ich mich„nicht Ihrer würdig fühle, wenn ich es nicht in Ihrem„Dienste opfern-könnte."
Mit Recht konnte der Marfchall Biron, der imHinterhalt keinen Antheil an dem Gefechte nehmen durfte,sagen: „es ist nicht recht, Sire, daß Sie heute das„gethan haben, was Biron hatte thun sollen, und daß„Biron das hätte thun sollen, was Ihre Majestät ge-„than Habens und mit Recht, ohne Pirons Charakterzu nahe zu treten, kann man hinzu setzen: „Heinrich„wäre nicht mehr Heinrich gewesen, wenn er Biron„ hätte seyn sollen." Im Buche der Geschichte sind noch
meh-