Buch 
Heinrich der Vierte, König von Navarra und Frankreich : eine Biographie, mit Hinsicht auf unsere Zeit aus Geschichtsquellen bearbeitet : Karln von Dalberg als Opfer der dankbarsten Liebe und reinsten Verehrung geweiht
Entstehung
Seite
377
JPEG-Download
 

Nur der aufgelöste Gemeingeist und der vernichteteStolz eines Volks, das unter allen Völkern der Weltam wenigsten für eine fremde Macht und ihre Förde,rungcn Sinn hatte, konnte allen auswärtigen ParteyenSicherheit für die Wirksamkeit ihrer Absichten vcrspre-chen; Philipp allein verstand es, die Zerstörung dessel-ben in dem durch das Aufkommen und Gedeihen vielerFaktionen verbreiteten Elend zu suchen. — Bey ihmfanden alle Schutz; alle erhielten Geld und standen infeinem Solde — aber alles Geld, das er an diese ver-schwendete, waren Wechsel, die er auf Frankreich ge-zogen hätte. Je mehr er Abnehmer, je mehr er Schuld-ner machte, desto sicherer war ihm seine Beute. — Wasfeinen Verführungen durch Geld widerstand, fiel in dieSchlinge seiner Intriguen, womit er alle Städte undalle Provinzen zu umspinnen strebte. Nur der glühendePatriotismus, und der gerade Sinn mancher Edlen,die, ohne Verrather an ihrem Vaterlande zu werden,den Staat retten wollten, waren ihm und dem raschenGange seiner Plane entgegen. — Unter diesen zeichne-ten sich der Präsident Jeannin und Mayenne aus.

Jeannin verband mit Liefen Kenntnissen eine überalles erhabene Vaterlandsliebe und Achtung für die Nv-misch-katholische Religion. Er arbeitete nur für dieLigue, weil sie für fern Herz arbeitete, das nur für dieseReligion und für den Haß aller andern schlug. — DerMangel an Menschenkenntniß, vielleicht auch das großeZutrauen auf Menschen, machte ihn oft unvorsichtig.—Da er als Deputirter an Philipps Hof erschien, um ihnum ein wesentliches Hülföheer für die Ligue anzusuchen,

ließ