Buch 
Heinrich der Vierte, König von Navarra und Frankreich : eine Biographie, mit Hinsicht auf unsere Zeit aus Geschichtsquellen bearbeitet : Karln von Dalberg als Opfer der dankbarsten Liebe und reinsten Verehrung geweiht
Entstehung
Seite
397
JPEG-Download
 

397

Wuth gewaffnet, ihrcWünsche nur mit Strömen Bluts,mit Proskriptionen, mit Rauben und Plündern zn satti-gen. Ihre wahnsinnige Mordlust — ein trauriger Ueber«rest der Bartholomäus - Nacht den Freunden desFriedens und allen vermögenden Bürgern gleich gefähr-lich, ihre Unsterblichkeit Verbrechen, ihre SchandeReue. — Alle Obrigkeiten, die Geistlichkeit und daSMilitär standen unter ihrer eisernen Gewalt, die denFrohsinn aus den Hütten, den Frieden aus häuslichenEinrichtungen, die Freyheit aus dem Staate, die Ge-rechtigkeit aus den Gerichtsstuben, die Menschenliebeund alle die schönen geselligen Tugenden, in deren Schat-ten so große und edle Thaten gedeihen, aus FrankreichsProvinzen verbannt hatte. Ihre dunkeln Höhlen warenin der ganzen Stadt zerstreuet, und hierin wurden diefinstern Plane geschmiedet, die Mord- und Raublustgespornt, neue Mord. und Raubanschlage ausgebrütet,und an dem Untergänge des Staats gearbeitet. Derpäpstliche Gesandte, weit entfernt, die Mbsichtcn dieserschrecklichen Bande zu mißbilligen, war ihre Seele undihre Triebfeder. „Unser einziges Streben," sagt er ineinem Briefe an den Herzog von Parma, j,geht auf die„Entsetzung Maycnncns, des Grafen von Belin (er„war Gouverneur von Paris) und der Magistratsper«„fönen, die unsern Absichten feind seyn können. Lassen„Sie es nur nicht an Geld fehlen, und so werden auch„Sie leicht Ihren Zweck erreichen." Dieser nehmlicheLegat, der geschworenste Feind des Französischen Nah-mens, war es, der die Erneuerung des oft geschwor-nen Eides der Union, unter Drohung der Todesstrafe,vorschlug, der mit dveisier Stirn und einer grenzenlosen

Unver-