Buch 
Heinrich der Vierte, König von Navarra und Frankreich : eine Biographie, mit Hinsicht auf unsere Zeit aus Geschichtsquellen bearbeitet : Karln von Dalberg als Opfer der dankbarsten Liebe und reinsten Verehrung geweiht
Entstehung
Seite
407
JPEG-Download
 

40 ?

Diese Zwischenzeit benutzte Villars zu einem soglücklichen Ausfalle, daß er die Eifersucht auf seine Größeund den Srolz rechtfertigte, worauf er, ununterftützt voneiner fremden Hülfe, Anspruch machte. Sein Unterneh-men (man kann es mit Recht eine große Vataille nennen)trieb die Belagerer weit von Rouens Mauern zurück.Alle Werke mit so vielen Kosten, mit so großer Kraft,mit einem so unbicgsamen Muthe in der höchsten Kaltedes Winters aufgeführt, wurden in einem Augenblickzerstört; eine große Menge nieder gehauen, und ihr Be-fehlshaber Tiron selbst verwundet. Leicht hatte Parmajetzt daö ganze und so sehr ve/wirrte königliche Heer an-greifen, und werfen können; aber zufrieden, oder viel-mehr durch Mayennens Rath gezwungen, die Besatzungvon Rouen mit acht hundert Mann zu verstärken, zoger sich seitwärts nach der Pikardie, und belagerte St.Esprit de Rue. —

Kaum war der König dieser Absicht gewiß, als erunvermuthet vor den Mauern von Rouen zum zweytenMahle erschien, und die Belagerung mit verdoppelterLebhaftigkeit fortsetzte. — Reichlich hatten HollandsStaaten seinen Verlust ergänzt; der Vorrath seinerKriegsbedürfnisse wuchs unter seinem Eifer, womit erseinen Plan verfolgte, und in wenig Wochen mußte derstolzeVillars seine Zuflucht zu Parma nehmen. — Par-ma eilte den Bedrängten zu Hülfe, und Heinrich mußtemit Wehmuth die Belagerung aufheben, und sein Haupt-quartier nach Pont de l'Arche verlegen, um sein ge-schwächtes Heer zu ergänzen, und den entlassenen Adelwieder an sich zu ziehen. — Der Herzog ritt triumphi-

rcnd