Buch 
Heinrich der Vierte, König von Navarra und Frankreich : eine Biographie, mit Hinsicht auf unsere Zeit aus Geschichtsquellen bearbeitet : Karln von Dalberg als Opfer der dankbarsten Liebe und reinsten Verehrung geweiht
Entstehung
Seite
422
JPEG-Download
 

422

aus dem Grabe der Verwüstung war es, die ihn zu demehrenvollen Kampf gegen die Rebellen aufgefordert, diealle semc Handlungen bis auf diesen gefahrvollen undundankbaren Augenblick geleitet, die alle seine sehnlich-sten Wünsche bestimmt hakte. Ein vorwurfsfreyer Rück-blick auf die ganze Vergangenheit, ein freymüthigeSund strenges Nachrechnen aller seiner Thaten und allerferner Aufopferungen machte ihm die Ungerechtigkeit sei-ner Lage so tief fühlbar, ein Anblick auf das schauder-Dolle und ungewisse Schicksal seiner so innigst geliebtenEiaaien ergriff sinne Seele mit einem solchen Entsetzenund einer Wehmuth, daß er in diesem Augenblicke —aber auch nur in diesem einzigen — seinen Kräften nichtmehr die Erinnerung seines großen Ziels zutrauete, daser lange rief in sich versinkt hatte — und daß er be-stürmt von dem Heere halb klarer Empfindungen undBegriffen unter seine Freunde eilte, um in ihrem trau-ten Zickel Erhshlung, Rath, Trost, zu suchen. „Hier„steh' ich" sagre er mit tiefem Schmer; zu Sully, demer kein Geheimniß verschwieg, „hier stehe ich, am Ab-,) gründe meines Verderbens. — Hier drohen mir die„ Prinzen und Großen des Reichs durch die Unverein-„darlichkeit ihres Interesse, Lurch iyren wechselseitigen„.Haß; dort :,at sich die Meurerey bewaffnet; überall„sehe ich Ungehorsam und Trotz gegen denKonig, Träg-heit meiner auswärtigen Bundesgenossen, Erbitte-„rung, Herrsch - und Bereicherungssuchl meiner Feinde,„Verrätherey im Innern, Gewaltthätigkeiten von„außen, Abgründe und Klippen von allen Seiten —„giebt es dagegen ein Mittel Mein Vaterland ist ver-boten, wenn ich es doch nur mit meinem Tode retten

könnte!