Band 
Erster Band.
Seite
56
JPEG-Download
 

56 Einleitung.

lich nicht ihm, sondern dem griechischen Kaiser, ge-hörten. So unrechtmaffig aber auch diese Schenkungist, so diente sie doch in der Folge den Pabsten, aufdieselbe ihre weltliche Souveranitatsmacht zu gründen.

Pipin war gegen den römischen Bischof großmüthig.Allein sein Sohn, Barl der Grosse, war es bey wei-tem noch mehr. Er zerstörte das Reich der Langobar-den , machte aus ihrem Könige Desiderius einenMönch, und erweiterte die Schenkungen seines Va-ters an den römischen Stuhl mit neuen Ländereyen-

Carl war ohne Zweifel einer der größten Männerseines Zeitalters, und wußte alle Umstände zu benutzen,die seinen grenzenlosen Begierden nach Eroberungenund Grosse beförderlich seyn konnten. Aber auch PabstLeo. II!. schien gerade der Mann zu seyn, welcher ausden politischen Verhältnissen des Laufes der damaligenBegebenheiten für sich die wichtigsten Vortheile zu zie-hen vrrstuhnd. Aus der Geschichte seiner Vorfahrenhinlänglich belehrt, daß die griechischen Kaiser einer-seits zu schwach, um der römischen Kirche in dringen-den Nothfällen mit hinlänglicher Macht beyzustehen,und anderseits in ihren Launen zu veränderlich seyen,um, ohne von ihnen beunruhiget zu werden, an derAusbildung eines unumschränkten Oberherrlichkeitssy-stems arbeiten zu können, glaubte Leo. III. vieles zu ge-winnen, wenn er sich in die Arme eines Mannes, dersich durch sein Siege der ganzen Welt furchtbar mach-te, besonders zu einer Zeit werfen würde, in welcherbereits das Ansetzn des römischen Stuhls emen hohenGrad zu erreichen anfieng. Park hatte seinem Vorfüh-rer Hadrian I. schon allzuviele Beweise von Anhäng-lichkeit für das Interesse der Kirche gegeben, als daßer sich an dem wahren Zustande der Gesinnungen diesesgrossen Helden hätte irren können. Daher war es einStreich, an welchem die Politik weit mehr, als wirkli-che Demuth Antheil hatte, daß er gleich nach seiner