Band 
Erster Band.
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§4 Einleitung.

diese aus der Nachbarschaft der Grossen des Reichsund aus ihrem Einflüsse auf die Staatsverwaltung zo-gen, reitzte den Neid und die Eifersucht der Gerin-gern , die um nichts weniger eitel und weltlich gesinntals die Höher» waren. Daher mußte es sie um soempfindlicher kranken, wenn diese zuweilen aus einemhohem Tone, als es sich für einen Amtsmitbrudecschickte, gegen sie sprachen , und auf Synodalzusam-menkünften eben so despotisch, als in Rathsversamm-lungen des Monarchen, herrschten. Um sich für sol-che unleidentliche Demüthigungen zu rächen, wußtendie Suffraganbischöfe nichts bessers zu thun, als sichbey jeder Veranlassung dem römischen Bischöfe in dieArme zu werfen. Dieser ergriffdenn, wie es wohl leichtvorauszufehn war, mit aller Bereitwilligkeit so günsti-ge Gelegenheiten, seine eigene Macht zu erweitern,und samt den Geringern auch die Grossem zu unter-jochen.

Gewiß nicht von Ohngefähr, oder aus Einfalt, son-dern um die Absichten des römischen Bischofs zu er-leichtern , brütete ein unbekannter Betrüger zu Endedes neunten Jahrhunderts eine Sammlung falscher Kir-chengesetze aus, welche erdichtete Dekreralen und Brie-fe der römischen Bischöfe aus den vier ersten Jahrhun-derten enthielt Um seinem Betrug ein Gewicht zu ge-ben , behieng sich der Betrüger mit dem Schilde einesspanischen Bischofs, IsidorMerkator, und gab vor,daß diese Sammlung, als ein schon längst bekanntesProdukt, bereits unter Rarls des Grossen Regierungaus Spanien nach Frankreich gebracht worden sey.Die Hauptabsicht des Betrügers zielte offenbar dahin,mittels dieser erdichteten Dekretalen das Ansehn derMetropolitane und der Provinzialsynoden gänzlich zuvertilgen, die Anklage eines Bischofs für den Layenunmöglich, und für jeden Geistlichen so sehr als mög.llch beschwerlich zu machen. Daher stellte er den rö-