Band 
Erster Band.
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66 Einleitung.

her weder der Grossen noch Kleinen. Mit? Fürstensprach er als wie ein König, und mit Königen alsder Monarch des ganzen Universums. Ohne die neuenIsidoristhcn Dekretalen feyerlich anzuerkennen, griff erdoch nach ihnen, als nach einer köstlichen Waare, undhandelte nach ihrem Jnnhalte, gleichsam, als wärensie schon langst eingeführte, anerkannte, und keinemWidersprüche unterworfene Kirchengesetze. Die fränki-schen Bischöffe fühlten am ersten die Demüthigung,sich nach dem neuen System des Isidors tyrannisiertzu sehen. Zwar hatten die Erzbischöffe von Röln undTrier, Gonthicr und Tcurgaud, welche Nikolausin den Bann that und entsetzte, den Muth noch, sichtapfer gegen seinen Despotismus zu erwehren. "Die»Bischöffe, schrieben sie an ihn, unsere Näter und»Mitbrüder, sandten uns zu dir, und wir liessen es«uns gefallen, nach Rom zu reisen , wo wir dir die« Synodalakten von Metz (*) vorlegten, und von dir« als von einem Vater die Anweisung erwarten wollten,»worinn wir es etwa versehen haben möchten. Wir» mußten aber drey Wochen warten, ehe wir ein Wort»von dir hörten, geschweige denn, daß wir vor dich» waren gelassen worden. Erst nach Verlauf eines Mo-»nats liessest du uns rufen, und wir kamen willig,»ohne von irgend einer Gefahr auch nur das Geringste»zu ahnden. Aber du verfuhrest wider uns, als wider«eine Bande Verbrecher. Kaum waren wir durchs

(*) Auf dieser Synode hatten sie die Ehe zwischen Kaiser Lo-thar und seiner Gemahlinn, theils wegen E ebrnch, undtheils wegen vorgeblicher Blutschande, aufgehoben. Darüberwurden sie vom Pabst Nikolaus 1. zur Verantwortung gezo-gen. Sie reiseten selbst nach Nom, und nahmen die Synv-dalakten mit sich, um sich aus ihrem "»halte zu rechtfertigen.Wie unanständig und despotisch der Pabst bey dieser Gelegen-heit mir ihnen verfuhr, ersieht man aus dem Schreiben, wel-ches sie an ihn erliessrn.