Band 
Erster Band.
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71
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Zweytes Buch. 71

lien ihr Ansetzn verloren, und Frankreich viel zu schwachfanden, um ihnen dasselbe mit nachdrücklichem Ernstewieder verschaffen zu können, hakten den deutschen Kai-sern zu verdanken, daß sie gegen das Ende des zehntenJahrhunderts wieder freyer athmen konnten. Zwarmußten sie, auch wider Willen, dieselben als Ober-herren von Rom anerkennen , und die Grronen ver-gaben, wenn sie gleich den römischen Stuhl mit nahm-haften Schenkungen bereicherten, so wenig etwas vonihrem Ansetzn, daß sie vielmehr weit eifersüchtiger, alsirgend einer ihrer Vorgänger, ihre hergebrachten Kai-serrechte ausübten. Schon dadurch, daß sie von Zeitzu Zeit einige Deutsche auf den römischen Stuhl er-hoben , gewannen sie unendlich viel Einfluß auf dieKirchenregierung , und sie behandelten die Pabste nichtanders, als wie den Vornehmsten aus ihren Vasallen.Sie federten dieselben vorGericht, setzten sie ein und ab,und trafen in Ansehung der Pabstwahl die wichtigstenVeränderungen. Hatte vollends auch Grro III. seinVorhaben, Rom zur kaiserlichen Residenz zu machen,zur Ausführung gebracht , so würden die folgendenJahrhunderte unter der Person eines Pabstes eine ganzveränderte Gestalt erblickt haben. So wenig ein Pa,triarch von Bonstaminopel etwas mehr, als den er-sten Hofbedienten, vorstellte, so wenig würde es einemrömischen Bischöfe gelungen seyn, in der Residenz desKaisers sich höher, als zur Stufe des ersten, aberstets abhanglichen Vasallen zu erschwingen.

So bedeutend indessen das Ansetzn der Gtronen inItalien geworden, so schien doch gerade diese Perio-de vornehmlich geschickt zu seyn, der Herrschaft des rö-mischen Pabstes einen unbegranzten Spielraum zu eröf-nen. Man hatte bereits in Deutschland den Anfanggemacht, sich zur Demüthigung der weltlichen Gros-sen, die den Regenten beständig gefährlich waren, derBischöfe zu bedienen , und sie daher zu ansehnlichen