74 Einleitung.
gaben vor, daß er einen Diakon im Pferdeftall ordinierthabe. Kardinal Benedickr las im Namen aller anwe-senden Priester und Diakonen ein Verzeichnis von meh-reren Verbrechen vor, deren Johann sich schuldig ge-macht harte. Vornehmlich klagten sie ihn darüber an:--Daß er für Geld Bischöfe geweiht, und einen Knabenvonzehn Jahren zum Bischöfe von Todt ordiniert ha-be ; daß er Raimcrs Wittwe, die Hure seines Vaters,die Erienncrre, eine andere Wittwe Anna, und seineEnkelinn beschloßen, und den heiliaen Pallast zu einemWinkel der Unzucht gemacht habe; daß er öffentlichsich auf der Jagd habe sehen lassen; daß er seinemBeichtvater Bencdikt habe die Augen ausstechen, undden Kardinal Subdiakon Johann erst kastrieren unddann todten lassen; daß er in verschiedene GebäudeFeuer eingelegt habe, und mit dem Säbel an der Sei- ^te und im Panzer erschienen sey; daß er dem TeufelGesundheit getrunken, beym Spiel heydnische Gotthei-ten zu Hülfe gerufen, nie das Brevier gebetet, und niedas Zeichen d.s Kreutzes gemacht habe
Seine Nachfolger waren um nichts bessere Päbste.Bomfazius VII ließ feinen Vorführer Bencdikt VI.erwürgen, und bemächtigte sich durch Bestechungen despäbstlichen Stuhls. Als er wegen seiner Laster denRömern verhaßt wurde, beraubte er die Kirchen, giengnach Bonstantinopel. machte daselbst die geraubten IKirchengeschirre zu Gold, kehrte wieder nach Italienzurück, ließ den Pabst JohannXlV in der EngelsburgHungers sterben, und schwang sich neuerdings auf denheil. Stuhl, auf welchem er die schändlichsten Verbre-chen begieng. Nach seinem Tode wurde sein Körper >durch die Strassen geschleppt, und nur noch mit Müheverhindert, daß derselbe nicht in eine Schindgrube ge-worfen wurde.
Im Jahr iozz. regierte in der Person BencdikrsIX. zum zweytenmale ein Kind die christliche Kirche.